Artikel-Schlagworte: „Yosemite Nationalpark“
Tag 9 (Fresno)
Heute hatten wir eine lange Autofahrt vor uns – von Las Vegas bis nach Fresno (ca. 670 km) über Barstow und Bakersfield. Deswegen war wenig Zeit für Besichtigungen unterwegs. Kurz vor Barstow gab es jedoch eine Geisterstadt (Ghost Town) und die wollten wir uns doch ansehen. Aber wie bei vielen “Attraktionen” stand auch in Calico der Kommerz im Vordegrund und es war gar keine Geisterstadt mehr sondern recht gut bevölkert – mit Touristen natürlich. Ein paar Dinge aus den alten Goldgräberzeiten hat man noch so belassen wie sie einmal standen, vieles jedoch wurde “touristenfreundlich umgestaltet”.
Auch Fresno, eine der am schnellsten wachsenden Städte in Kalifornien, glich eher einer Retortenstadt und hatte in unseren Augen nichts wirklich berauschendes zu bieten. Dafür freuten wir uns wieder um so mehr auf den nächsten Tag – Natur pur.
Tag 10 (Yosemite Nationalpark)
Die heutige Autofahrt bis zum Yosemite NP war recht kurz (ca. 180 km) und so hatten wir “viel” Zeit für den Park – dachten wir zumindest. Am Nationalpark angekommen haben wir wieder unsere Eintrittskarte vorgezeigt und einen Parkplatz gesucht. Auto abgestellt, ausgestiegen und – wumm. Wieder hat es uns fast erschlagen. Diesmal allerdings nicht von der Landschaft sondern den riesigen Mamutbäumen. So etwas hatte ich vorher in freier Natur noch nicht gesehen – lediglich in einer Reportage im Fernsehen. Hier mal ein Foto, damit Ihr Euch eine Vorstellung davon machen könnt – der kleine Mann im Hintergrund bin ich
(Bitte auf das Bild klicken, sonst sieht man mich nicht.)
Selbst mein Weitwinkel (16 mm an Vollformat) reichte nicht aus, um die Bäume aufs Bild zu bekommen – die Verzerrungen sind zu groß. Wichtig bei Aufnahmen in denen es um die Darstellung von Größe geht (egal ob ganz klein oder ganz groß), das Auge braucht einen Vergleich zu etwas Bekanntem. Nun kennt zwar jeder Bäume – aber ganau das ist hier der Trugschluß, denn diese sind gewaltig – mit einheimischen also überhaupt nicht zu vergleichen.
Die Mamutbäume waren aber erst der Anfang, wir wollten ja noch mehr sehen. Also wieder ins Auto und an das andere Ende des Parks gefahren – hier gab es wieder Landschaft und weite Blicke in diese hinein.
Wie in allen Nationalparks gibt es dort sehr viele ViewPoints, also Stellen an denen man mal das Auto am Straßenrand kurz parken und die Landschaft genießen kann. So auch hier, und wir stellten das Auto, wie so oft, mal wieder ab und ließen an einer Stelle die Landschaft auf uns wirken. Ich holte mal wieder mein Stativ raus, Kamera drauf gesetzt, Blick durch den Sucher, Motiv gesucht, Belichtungseinstellungen gemessen und eingestellt – klick. Danach habe ich das Bild zur Kontrolle auf dem Monitor (oder Display) angesehen und dachte – hmm, das Bild hast Du doch schon mal irgendwo gesehen.
Vielleicht geht es Euch ja genauso. Abends im Hotel beim Sichern der Fotos auf dem Laptop fiel mir das Bild wieder auf und ich recherchierte etwas im Internet – eine Vorahnung hatte ich schon. Ha – gefunden. Ansel Adams war auch schon mal hier, aber schon im Winter 1940.
Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Westen der USA, da eine Fotoreise dort hin geplant ist. Auf der Suche nach Informationen über die verschiedensten Nationalparks (Grand-Canyon, Yosemite Nationalpark, Zion, Lake Powel, Bryce Canyon usw.) bin ich auf das Yosmite 17 Gigapixel Projekt gestoßen. Der New Yorker Fotograf Gerard Maynard hat vom 30. Mai bis 5 Juni 2008 mehrere Superpanoramen aus diesem Nationalpark erstellt. Das zur Zeit größte Panorama weltweit ist ganze 17 Gigapixel groß. (Weltweit hat sich inzwischen schon erledigt, das ist jetzt schon 20 Gigapixel groß und zeigt eine Stadtaufnahme von Paris.)
17 Gigapixel, das sind 214414 x 80571 Pixel, oder – mit einer 10 Megapixel-Kamera aufgenommen – über 1700 Bilder aneinandergefügt. Gerard Maynard hat dafür über 2000 Aufnahmen gemacht (wegen der Überlappungen) und das Bild mit der Software Autopano zusammengefügt. Das ganze Bild ist 96,5 GigaByte groß. Würde man es mit einer Auflösung von 300 dpi ausdrucken, dann erhält man ein Bild mit einer Abmessung von 18m x 6,8m – riesig. Da man aber ein solch großes Bild nur aus einiger Entfernung betrachten kann, würden aber auch nur 72 dpi im Ausdruck ausreichen. Dann aber erhielte man sogar ein Bild mit einer Kantenlänge von 75 Metern – gigantisch.
Hier geht es zu dem Projekt: www.yosemite-17-gigapixels.com







