Artikel-Schlagworte: „Verschlagwortung“

Seit einiger Zeit wurde ja schon in verschiedensten Foto-Foren darüber gesprochen, aber nun ist es amtlich. Die Telekom kümmert sich nicht mehr nur um die Telekom sondern ab sofort auch um die Vermarktung von Fotos. Mit Polylooks hat Sie eine Microstock Bildagentur ins Leben gerufen. Diese ist im groben in drei Bereiche unterteilt:

  1. Bildeinkauf - also interessant für Marketingagenturen, Verlage, Werbetreibende – aber auch für Privatanwender, die z.B. ihre Webseiten aufhübschen möchten
  2. Bildverkauf - interessant für Fotografen und Illustratoren, die ihre Werke einem breiten Publikum zum Verkauf anbieten möchten
  3. Community - um sich über fotografischens Wissen und Halbwissen auszutauschen

Da bereits eine längere Zusammenarbeit während der Portal-Entwicklung bestand, hat die Bildagentur Zoonar etwa 150.000 Fotos für den Start beigesteuert. Der Kauf und Verkauf erfolgt in Form von sogenannten Kredits (oder Credits oder Coins) – wobei ein Credit einen Wert von 1 € hat.

Wer als Fotograf Interesse hat, seine Fotos zu Polylooks hochzuladen, muss sich zuerst einmal registrieren und möglichst einen Fotografentest ablegen. Weitere Bestimmungen sind:

  • Fotos müssen mindestens 6 Megapixel (ca. 2000 x 3000 Pixel) groß sein
  • im JPG- Format vorliegen
  • RGB-Farbraum (bevorzugt AdobeRGB), 8 Bit, möglichst keine Komprimierung, maximale Dateigröße 50 MB
  • zur Zeit dürfen max. 20 Fotos pro Tag hochgeladen werden
  • die Bilder müssen mit mind. 10 Stichworten verschlagwortet werden (deutsch oder englisch)

Das Honorar wird – wie bei Microstockagenturen üblich – geteilt, bei Exklusivität 50% ansonsten 35%. Die Verkaufspreise liegen normal zwischen 1 und 50 Credits (also Euro), je nach Größe der geünschten Bilddatei.

Habe heute schon mal die ersten Bilder hochgeladen und die Freischaltung erfolgte ungewöhlich schnell. Aber ich denke das wird sich in naher Zukunft noch ändern, wenn erst einmal der große Ansturm von Fotografen kommt.

Um Bilder zum Einen auf der eigenen Festplatte schnell wieder finden zu können, zum Anderen aber auch diese für Bildagenturen anzubieten, ist es sehr wichtig, die Fotos zu verschlagworten – also mit Stichwörtern zu versehen, welche den Bildinhalt ausdrücken bzw. beschreiben. Bei mehreren tausend Fotos im Bestand kann das Suchen nach einem bestimmten Motiv schnell in zeitraubender Mühseeligkeit enden, wenn dies nicht erfolgte. Werden Fotos nur für eigene Zwecke verschlagwortet, ist dies schnell erledigt und schon beim Import der Bilder in Lghtroom (oder anderen Bilddatenbanken) schnell zu realisieren. Bildagenturen verlangen aber hier einiges Mehr an Arbeit – dazu kommt noch, dass von Agentur zu Agentur mitunter unterschiedliche Prioritäten bei der Verschlagwortung gesetzt werden. Die meisten Agenturen lesen die Schalgworte bereits aus den Exif-Daten aus, beim Export der Bilder sollte also darauf geachtet werden, dass die Stichwörter in die Bilder geschrieben werden (z.B. beim Lightroom-Export “eingebettete Metadaten minimieren” deaktivieren).

Um bei der Verschlagwortung und den einzelnen Stichwörtern nicht den Überblick zu verlieren, ist es ratsam, sich eine gewisse Hierarchie einfallen zu lassen. Zur Erläuterung hier ein kleines Beispiel, wie ich dies erledige:

  • Geografie
    • Kontinent
      • Amerika
        • Nordamerika
          • USA
          • Kanada
        • Mittelamerika
        • Südamerika
      • Europa
        • Mitteleuropa
          • Deutschland
            • Sachsen
              • Nordsachsen
                • Torgau
                • Belgern
                  • Johannes-Dieckmann-Ring
              • Leipzig-Land

Wie zu sehen, habe ich in der Kategorie “Geografie” die genauen Bezeichnungen der Örtlichkeiten hinterlegt. Sehr hilfreich dafür ist auch das Programm Geosetter (GPS vorausgesetzt), auf welches ich schon in meinem Artikel zum Geotaggen eingegangen bin. In Lightroom lässt sich beim Anlegen von Stichwörtern angeben, ob diese nur der Orientierung dienen oder mit in die Exif-Daten geschrieben werden sollen (“ebenfalls exportieren” an- oder abwählen). Im obigen Beispiel würde ich also “Geografie” und “Kontinent” nicht exportieren, wohl aber den genauen Ort der Aufnahme (z.B. Europa > Deutschland > Sachsen > Belgern). Ist diese Hirarchie einmal angelegt, muss ich nur noch, z.B. bei einer Aufnahme aus meinem Ort, “Belgern” zuweisen und alle übergeordneten Stichwörter werden mit übernommen (Sachsen, Deutschland usw.).

Genauso verfahre ich mit allen weiteren Stichworten, welche Bildrelevant sind. Hierzu habe ich mehrere Hauptkategorien angelegt und mit entsprechenden Verfeinerungen bzw. Unterkategorien versehen.

  • Natur
    • Pflanze
      • Baum
        • Laubbaum
        • Nadelbaum
    • Tier
      • Säugetier
      • Insekt
    • Landschaft
      • Gewässer
        • Ozean
        • See
        • Fluss
      • Gebirge

Auch hier wurden wieder die genauen Bezeichnungen als Unterkategorie einer Übergeordneten zugeordnet – mitunter bis zum Lateinischen Namen – sofern ich ihn finden kann (Wikipedia lässt grüßen).

Weitere Stichwortkategorien gibt es dann noch für Menschen, Tätigkeiten, Emotionen, Technik usw. Ich habe mir einige Zeit überlegt, ob ich hier meine Stichwortliste zum Download anbieten soll oder nicht. Z.Z. habe ich mich dagegen entschieden, weil diese vielleicht zu speziell ist und diese z.B. für reine Studiofotografie gar nicht relevant ist. Sollte trotzdem Interesse sein, einfach mal eine Mail schicken.

Das Pflegen einer solchen Stichwortliste bedarf einiges an Disziplin und die Erstellung einige Vorüberlegung (ein paar Hinweise hoffe ich gegeben zu haben) und natürlich auch Zeit. Diese ist allerdings gut investiert, spart es doch im Nachhinein unnötig viele Eingaben und ständiges Überlegen, was denn noch so alles relevant für das zu verschlagwortende Bild ist.

Habt Ihr einen anderen Workflow? Wie geht Ihr an das Verschlagworten Eurer Fotos ran?

Gerade bei Reisefotografen ist ein Notizbuch unerläßlich. Oft ist man tagelang unterwegs und macht innerhalb dieser Tage mitunter sehr viele Aufnahmen. Am Abend oder am Ende der Fotoreise geht es dann an die Auswahl, Bearbeitung und Verschlagwortung der einzelnen Bilder. Dann ist es von Vorteil, wenn man in sein Notzibuch sehen und Ort der Aufnahmen oder Motive bestimmen kann.

Dies geht heutzutage aber auch einfacher und genauer mit Hilfe von kleinen elektronischen Helferleins und Satelitten. In einigen Kameras sind die sogenannten Geotagger bereits eingebaut (meist in Kompaktkameras und in sehr vielen modernen fototauglichen Handys). Bei Spiegelreflexkameras ist das zur Zeit noch die Ausnahme oder es werden mit unter sehr teure Zusatzmodule angeboten. Warum dies so ist, vermag allein der Kamerahersteller zu sagen – ich leider nicht. Für mich ist es ein Unding, dass diese kleinen elektronischen Baugruppen nicht jetzt schon standardmäßig auch in DSLRs eingebaut werden. Moderne Geotagger sind klein, verbrauchen wenig Strom und sind in der Herstellung sehr preiswert.

Ich selbst nutze seit einiger Zeit folgende Lösung: Auf der Suche nach einem Geotagger bin ich auf den Wintec WBT 201 gestoßen. In einer kleinen Neoprentasche hängt er seit dem immer an der Kamera. Er ist klein, leicht und leistungsfähig.

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Sobald die Tour los geht, schalte ich den Geotagger ein und er zeichnet alle paar Sekunden die aktuelle Position auf. Nach der Tour kann ich mittels mitgelieferter Software und USB-Kabel die Daten aus dem GPS-Datenlogger auslesen und je nach Bedarf in verschiedene Formate konvertieren (u.a. auch in das KMZ-Format, welches von Google-Earth genutzt wird.

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Um meine Fotos zu bearbeiten, lade ich diese erst immer von den einzelnen Speicherkarten in einen Ordner <Import> meiner Festplatte, danach erfolgte die weitere Bearbeitung in Lightroom. Bevor nun aber Lightroom zum Einsatz kommt, wird jedes Bild mit den GPS-Daten versehen. Dies erfolgt vollkommen automatisch mit der kostenlosen Software Geosetter.

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An Hand der in den EXIF-Daten der Bilder angegebenen Aufnahmezeit werden die GPS-Positionen jedem Bild zugewiesen. Sehr gut finde ich die Funktion in Geosetter, dass nicht nur die reinen Koordinaten bestimmt werden, sondern gleich noch der geografische Standort – also Ländercode, Land, Bundesland, Landkreis, Ort bzw. nächstgelegener Ort und in die IPTC-Daten geschrieben werden.

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Ich finde, eine schnelle und preiswerte Methode, seinen Bildern einen (geografischen) Standpunkt zu geben, welche eine Menge Zeit spart und das Notizbuch entlastet – aber auch nicht ganz ersetzt.

Nutzt Ihr auch Geotagging, welche Erfahrungen habt Ihr?