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Kalibrierung von der Aufnahme bis zum Druck
Heute der letzte Teil der dreiteiligen Serie Kalibrierung. Mit Hilfe des Spyder3Print möchte ich Euch nun die Druckerkalibrierung vorstellen.
Druckerkalibrierung mit dem Spyder3Print
Druckerkalibrierung – braucht man das? Um es kurz zu machen – nicht jeder. Ich selbst bin mir da auch sehr unschlüssig gewesen. Als ich jedoch meine erste eigene Ausstellung vorbereitete war mir klar, dass ich die Bilder gern selbst ausdrucken möchte, um alles unter Kontrolle zu haben – eben von der Aufnahme bis zum Druck.
Ich habe einen Epson Stylus Photo R2880, ein Tintenstrahldrucker im A3+ Format welcher mit 8 Farben druckt. Auf Grund der durch Epson mitgelieferten Farbprofile für diesen Drucker und von Epson angebotene Papiere war ich allerdings mit den Druckergebnissen sehr zufrieden. Allerdings haben diese Farbprofile auch ihre Grenzen, wenn man z.B. auf Finartprint-Papieren anderer Hersteller drucken möchte. Wenn dann auf Farbverbindlichkeikeit und Farbgenauigkeit sehr hoher Wert gelegt wird, kommt man an einer Kalibrierung des Druckers nicht vorbei. In Druckereien, Werbeagenturen und anderen grafischen Dienstleistern gehört ein Druckerkalibrierungsgerät (Colorimeter) zur Standardausrüstung, bei Fotografen, die nur ab und zu mal einen Ausdruck benötigen nicht unbedingt.
Der hier vorgestellte SpyderPrint ist eine Leihgabe von DataColor, für die ich mich herzlich bedanken möchte. Im Lieferumfang befindet sich wie auf dem Bild zu erkennen ein USB-Kabel, eine Führungshilfe und der eigentliche Meßkopf.
Weiterhin noch eine Kurzanleitung und die Software-CD. Wie erfolgt nun die Kalibrierung? Als erstes ist natürlich die mitgelieferte Software zu installieren, welche wieder für Mac und Windows vorliegt. Nach dem anschließen des Colorimeters an den Rechner werden die notwendigen Treiber installiert, das Gerät erkannt und das Programm kann gestartet werden. Danach werden in einigen Menüs wieder ein paar Angaben zum Drucker und verwendeten Papier erwartet. Sind diese Angaben alle eingetragen hat man die Auswahl zwischen mehreren verschiedenen Farbmessfeldern, welche gedruckt werden können.
Für einen ersten Test, habe ich mich für das obere Testchart entschieden, gedruckt auf Epson Premium Glossy.
Nach dem Druck sollte die Farbe eine halbe Stunde trocknen. Bei Laserdruckern ist dies nicht nötig, da die Ausdrucke bereits trocken aus dem Drucker kommen. Also heißt es erst einmal eine halbe Stunde warten. Wärend dieser Zeit habe ich mir mal die Hilfe bzw. FAQs angesehen. Hier muss ich sagen, dass diese absolut nicht auf der Höhe der Zeit sind. Einfachste HTML-Dateien und optisch nicht gerade ein Leckerbissen fürs Auge. Ich denke, hier sollte DataColor noch etwas nachbessern. Allerdings findet man alles, was man zur Druckerkalibrierung wissen sollte, und das ist ja auch das Wichtigste.
Nach dem Trocknen ging es dann los. Mit einem Klick auf den <weiter>-Button erscheint auf dem Bildschirm das gerade ausgedruckte Testchart mit den 225 Farbfeldern. Zuerst wird man aufgefordert, den Colorimeter auf weiß zu eichen – einfach in den Ständer legen und Klick auf die Spitze – fertig.
Die auf dem Bildschirm angezeigten einzelnen Farbfelder sieht man diagonal geteilt – links oben die Vorgabefarbe und rechts unten die gemessene Farbe. Weiterhin sind die Felder in der Horizontalen mit Buchstaben und in der Vertikalen mit Zahlen gekennzeichnet. Nun wird der Meßkopf auf das erste Feld (A, 1) positioniert und auf den Kopf gedrückt. Dies funktioniert ähnlich wie bei einer Maus. Mit jedem Klick wird der Tonwert gemessen und auf dem Bildschirm springt ein rotes Dreieck zum nächsten Feld, welches gemessen werden muss.
Die Führungsschine habe ich nicht verwendet. Nachdem alle Messungen durchgeführt worden sind, wird aus den gewonnenen Daten ein Farbprofil erstellt und es kann unter einem frei definierbaren Namen abgespeichert werden. Zur Kontrolle bietet das Programm ein Bild an, auf welchem viele Licht- und Farbsituationen zu finden sind. Dieses kann ausgedruckt werden und dann mit der Bildschirmanzeige verglichen werden. Für einen reellen Vergleich sollte zuvor natürlich auch der Monitor kalibriert sein.
Ich hätte gern einen direkten Vergleich der beiden Darstellungen hier mit abgebildet aber das gelingt mir leider nicht. Wenn ich den Bildschirm abfotografiere und das Druckergebnis, werden die Resultate zu unterschiedlich. Dies liegt daran, dass Papier Licht reflektiert und ein Monitor Licht aussendet. Sehe ich mir aber den Ausdruck und die Monitorvorgabe an, ist es schon verblüffend, wie genau die Kalibrierung ausfällt.
Mein Fazit:
Benötigt man Farbgenauigkeiten und Farbverbindlichkeiten, kommt man an einer Kalibrierung aller am Prozess beteiligten Darstellungsgeräte nicht umhin. Am Wichtigsten sehe ich die Monitorkalibrierung für den ambitionierten oder professionellen Fotografen. Die Druckerkalibrierung ist für denjenigen wichtig, der seine Werke selbst ausdruckt und auch hier die volle (Farb-)Kontrolle haben möchte. Die mitgelieferten Farbprofile der Druckerhersteller gelten im allgemeinen nur für die vom Hersteller angebotenen Papiere. Möchte man jedoch auf anderen Papieren drucken, welche andere Weißtöne haben, andere Beschichtungen, anderes Farbaufsaugverhalten usw., ist man auch auf andere Farbprofile bzw. Druckprofile angewiesen. Einige Papierhersteller bieten diese bereits an aber ein Großteil nicht.
Ob sich die Investition in einen Druckerkalibrator lohnt, muss natürlich jeder für sich entscheiden. Ich drucke (noch) nicht so sehr viel selbst und wenn, dann auf Epsonpapieren. Dafür habe ich die entsprechenden Farbprofile von Epson bereits.
Falls noch Fragen sind, wieder wie immer einfach melden. Ich hoffe, die Serie hat einen kleinen Einblick gegeben.
Kalibrierung von der Aufnahme bis zum Druck
Auch in diesem zweiten Teil werde ich wieder einen SpyderCube verlosen – die Teilnahmebedingungen findet Ihr im ersten Teil (SpyderCube).
Monitorkalibrierung mit dem Spyder3Elite
In einer anderen vierteiligen Serie bin ich ja schon einmal auf die Kalibrierung von Monitoren für die Bildbearbeitung eingegangen – die Hintergründe einer Kalibrierung sind also dort zu entnehmen. In dem Beitrag war das Meßinstrument das menschliche Auge – und dies reicht im Normalfall auch aus. Sollte es aber auf Genauigkeit ankommen – und da spreche ich die eher ambitionierten Hobbyfotografen, Semiprofis und Profis an – kommt man früher oder später nicht um ein solches Werkzeug herum.
DataColors Spyder3Elite ist eines von drei Produkten für die Monitorkalibrierung. Die Preise für die angebotenen drei Kalibrierungsgeräte bewegen sich zwischen ca. 100 und 200 Euro. Ich habe mir vor einigen Jahren den Spyder2Express und im letzten Jahr den Spyder3Elite gekauft, welchen ich hier kurz vorstellen möchte. Eine Bedienungsanleitung werde ich allerdings nicht schreiben.
Oben abgebildet ist zu sehen der eigentliche Messkopf, die mitgelieferte Software-CD für Windows- und Mac-Rechner sowie ein kleiner Ständer für den Messkopf. Gerade ist mir sogar aufgefallen, dass der Ständer am Boden ein Stativgewinde besitzt. Gut zu erkennen ist, dass der Messkopf über einen USB-Stecker mit dem Rechner verbunden wird. Vorn am Messkopf ist weiterhin ein Sensor zur Erkennung des Umgebungslichtes angebracht. Dieser regelt im Einsatz dann auch die Monitorhelligkeit in Abhängigkeit von der Arbeitsplatzbeleuchtung.
Als erstes muss die Software installiert werden, damit werden gleichzeitig die nötigen Treiber auf den Rechner übertragen. Ist dies erfolgt, kann es auch schon los gehen mit der Kalibrierung. Die Zimmerbeleuchtung ist so einzustellen, dass normale Arbeitsbedingungen vorherrschen. Es sollte nicht zu hell oder zu dunkel sein, dies verfälscht die subjektive Wahrnehmung der Monitorhelligkeit. Sobald beim ersten Mal der USB-Stecker in den Rechner gestöpselt wird, werden die mitgelieferten Treiber installiert und darufhin der Messkopf erkannt. Als nächstes wird das Programm gestartet und die Software meldet sich mit einer Begrüßung. Kurz darauf ist schon der erste Dialog zu sehen – auswählen des Monitors.
Beim Spyder2Express noch nicht vorhanden, unterstützt Spyder3Elite mehrere angeschlossene Monitore. Für jeden Monitor kann ein eigenes Farbprofil gespeichert werden, was ja auch Sinn macht wenn man mehrere hat. Ich arbeite lieber mit zwei Monitoren.
Ist der Monitor noch nicht kalibriert worden, folgen nun eine Reihe weiterer Menüs. In diesen wird u.a. dazu aufgefordert, verschiedene Eingaben zu machen, z.B. welche Einstellungsmöglichkeiten der Monitor besitzt (Helligkeit, Kontrast, Gamma, Farbtemeratur usw.). Zum Glück muss dies nicht jedes mal erledigt werden, da dies schon einige Zeit dauert. Bei der Erstanwendung sollte man locker eine halbe Stunde einplanen. Später dann ist man in nicht mal 4 Minuten durch.
Wenn dies alles erledigt befindet man sich in dem o.a. Menü und es kann los gehen. Hier startet dann auch die Rekalibrierung, wenn bereits ein Monitorprofil vorhanden ist. Mit einem Klick auf <weiter> kommt die Aufforderung, den Messkopf am Monitor zu befestigen.
Glücklicher Weise ist am hinteren Teil ein Saugnapf vorhanden, man “pappt” den Messkopf einfach auf den Monitor – fertig. Bei Röhrenmonitoren oder den spiegelnden Laptop-Scheiben ist dies kein Problem, bei matten Oberflächen kann das schon eher der Fall sein. Durch die rauhe Oberfläche hält der Messkopf nicht richtig und kann wieder abfallen. Aber auch hier wurde mitgedacht und am USB-Kabel ein verschiebbares Gewicht angebracht. Kabel und Gewicht einfach nach hinten über die Monitoroberkannte legen = Gleichgewicht.
Danach noch einmal einen Button bestätigen und dann heißt es warten. Nacheinander bekommt der Messkopf von schwarz bis weiß in allen Abstufungen über rot, grün und blau zu sehen.
Die Software liest diese Daten aus (Helligkeit, Farbton usw.) und vergleicht intern den gemessenen Wert mit den Werten welche sie der Grafikkarte sendet. Aus diesen Soll- und Ist-Werten wird am Ende eine neue Tabelle angelegt – das Monitorprofil. An Hand dieser Daten weiß nun der Rechner, welche Farbanteile mit welcher Helligkeit zum Monitor gesendet werden müssen, um genau das darzustellen, was gewünscht ist.
Mein Fazit
Wenn es auf Farbgenauigkeit in der Bildbearbeitung ankommt ist eine Kalibrierung des Monitors unverzichtbar. Es gibt andere Hersteller und auch andere Preisklassen. Mit dem Spyder3Elite habe ich eine preiswerte Variante, die für meinen persönlichen Bedarf vollkommen ausreichend ist. Es wird empfohlen die Kalibrierung aller 30 Tage zu wiederholen. Dies habe ich am Anfang auch gemacht, allerdings konnte ich dann keinerlei Unterschiede zwischen vorher und nachher feststellen. Diese sind dann sicherlich nur mit Messgeräten messbare Feinheiten, für mich aber unrelevant. Jetzt wiederhole ich nur noch aller viertel Jahr die Kalibrierung und fahre gut damit. Die Qualität des Bildschirms ändert sich in dieser Zeit genauso wenig.
Kalibrierung von der Aufnahme bis zum Druck
Heute möchte ich eine dreiteilige Serie starten in der es um die Kalibrierung geht. Angefangen von der Fotografie bis hin zum Druck. Der erste Teil wird dem sogenannten Weißabgleich gewidmet sein, der zweite Teil wird sich mit der Kalibration des Bildschirmes beschäftigen und im dritten Teil werde ich die Druckerkalibrierung beschreiben.
Ich möchte gleich vorweg schicken, dass es sich bei allen drei Artikeln nicht um einen Testbericht handeln wird, sondern um meine eigene Vorgehensweise und welche Erfahrungen ich damit gemacht habe.
Alle drei vorgestellten Artikel stammen von der Firma Datacolor aus der Schweiz. Hierbei handelt es sich um den
- SpyderCube (Weißabgleich)
- Spyder3Elite (Monitorkalibrierung)
- Spyder3Print (Druckerkalibrierung)
Weißabgleich mit dem SpyderCube
Bei Studioaufnahmen ist ein korrekter Weißabgleich fast unerlässlich. Hierbei ist es unrelevant ob Personen oder Objekte abgelichtet werden. Viele Fotografen verwenden dafür eine sogenannte farbneutrale 18%-Graukarte. 18% deshalb, weil das menschliche Auge Helligkeitsunterschiede nicht linear sieht, und da erscheinen 18% Grau im Auge wie 50%. Die Graukarte wird beim ersten Foto mit fotografiert und bei der späteren Entwicklung können Farbabweichungen durch Studiolampen ausgeglichen werden – aber dazu später.
DataColor hat sich hierzu Gedanken gemacht und eine vollkommen neue Lösung gefunden, welche nicht nur die Graukarte ersetzt sondern noch einiges mehr zu bieten hat.
Das Gummiband und der Standfuß (incl. Stativgewinde) dienen zum Aufhängen, Befestigen oder Aufstellen in der Nähe des zu fotografierenden Objektes. Am „Kopf“ des Würfels befindet sich weiterhin eine verchromte Kugel – diese dient später dazu, um im Bild Spitzlichter besser kontrollieren zu können, also die wirklich hellsten Bereiche eines Bildes. In einer der schwarzen Flächen befindet sich weiterhin ein Loch – die sogenannte Lichtfalle. Durch die raue Innenobefläche wird sämtliches einfallendes Licht komplett absorbiert und auf dem Foto ist absolutes Schwarz zu sehen.
Der ganze Würfel besteht aus Plastik und ist durchgefärbt – somit ist er leicht und die Obeflächen haltbar. Zum Lieferumfang gehört auch ein kleiner Stoffbeutel.
Verwendung
Die Verwendung ist natürlich selten einfach. Man rückt das zu fotografierende Objekt in Pose und richtet die Beleuchtung ein. Dann kann das Fotografieren auch schon los gehen – also alles wie bisher. Ein Foto sollte jedoch dem SpyderCube gewidmet sein. Diesen einfach, wie abgebildet, mit in das Bild (Motiv) integrieren. Bitte darauf achten, dass alle Flächen (auch die Lichtfalle) zu sehen sind – shot – fertig. Dies gilt natürlich nicht nur für Studioaufnahmen sondern kann überall dort angewendet werden wo es um die korrekte Wiedergabe von Farben geht.
Das Motiv zeichnet sich nicht gerade besonders durch hohe Kreativität aus, ich möchte nur an einem Testaufbau die Wirkungsweise demonstrieren. Zu diesem Zweck habe ich auch absichtlich die Halogen-Zimmerlampe als Beleuchtung verwendet, da diese einen sehr hohen rötlichen Strahlungsanteil besitzt.
Bildbearbeitung in Lightroom
Abgesehen von der kleinen Überschrift kann natürlich die Bildbearbeitung in jedem anderen Bildbearbeitungsprogramm so oder ähnlich vorgenommen werden, welches den Weißabgleich/Grauabgleich unterstützt. Ich selbst nutze Lightroom und werde die Arbeitsschritte deswegen mit Lightroom erklären.
Als erstes öffnet man das Bild, auf welchem der SpyderCube mit abgebildet ist (und freut sich über sein Meisterwerk
). Ist bei der Aufnahme mit einer (oder mehreren) Glühlampe gearbeitet worden, wird das Bild einen gelblich-rötlichen Farbton haben, in der Mittagssonne aufgenommen sicherlich einen eher bläulichen Farbton.
Nun geht man in die Entwicklungseinstellungen, nimmt die Pipette auf (also das Weißabgleichsauswahlwerkzeug) und klickt auf eine der Grauflächen des SpyderCubes.
Schwupp hat sich das rötliche oder bläuliche Grau in ein neutrales Grau verwandelt. Das Bild ist nun Beleuchtungsfarbneutral. Ganz wichtig zu erwähnen sind an dieser Stelle vielleicht zwei Punkte: Erstens sollte man für die Beleuchtung des Motivs keine unterschiedlichen Beleuchtungskörper verwenden (also Kalt- und Warmlicht gemischt) und zweitens; ist eine bestimmte Lichtsituation ausdrücklich gewünscht (also z.B. stimmungsvolles Kerzenlicht), dann stößt man natürlich an die Grenzen des SpyderCube für den Weiß-/Grauabgleich – dafür wurde er ja auch nicht entwickelt.
Nun geht es der Belichtung an den Kragen – sofern diese bei der Aufnahme nicht optimal war. Diese kann jetzt so angepasst werden, dass kein Farbkanal mehr abgeschnitten wird. Das Histogramm liefert die nötigen Informationen jeweils links und rechts mit den Dreiecken.
Um einen größtmöglichen Dynamikumfang zu erhalten, wird nun noch die Helligkeit so eingestellt, dass die weißen Flächen des Cubes gerade so weiß erscheinen (Achtung Histogramm beachten) und die schwarzen Flächen knapp dem Schwarz der Lichtfalle entsprechen. Um dies alles zu erreichen, ruhig mit den Reglern in den Grundeinstellungen der Entwicklung von Lightroom testen.
Bei all der Theorie darf natürlich nicht der persönliche Geschmack, persönliche Vorlieben und Bildaussage vergessen werden. Diese stehen natürlich im Vordergrund.
Sind nun alle Einstellungen getroffen, geht es an die Bearbeitung der eigentlichen Motive – ohne den Cube. Mit der rechten Maustaste klickt man in das gerade bearbeitete Bild und wählt „Einstellungen kopieren“. Im darauf erscheinenden Dialog werden die Einstellungen ausgewählt, welche kopiert werden sollen (also z.B. Weißabgleich, Belichtung, Schwarz-Bechneidung usw.)
Nun einfach das nächste Motiv bzw. das nächste Bild auswählen – rechter Mausklick – Einstellungen einfügen – fertig. So kann nun mit jeder Aufnahme verfahren werden, welche unter den gleichen Bedingungen aufgenommen wurde. Schnell und effizient – ohne dass bei jedem Foto wieder die Werte erneut angepasst werden müssen.
Fazit
Für mich ist der SpyderCube eine lohnende Investition gewesen. Er ist klein, leicht, transportabel, schnell einsatzbereit, robust und erfüllt mehr Funktionen als eine Graukarte. In Lightroom (oder anderen Bildbearbeitungsprogrammen) habe ich schnell Zugriff auf Belichtungswerte, Farbnuancen und den Weißabgleich. Wer bei seinen Fotos Wert auf einen korrekten Weißabgleich legt und/oder eine Serie des gleichen Motivs bearbeiten möchte, hat mit dem SpyderCube eine geniale Alternative zur Graukarte.
Ich werde oft gefragt, welche Fotoausrüstung ich mit auf Reisen nehme oder was sinnvoll ist mit einzupacken. Jedem sollte schon jetzt am Anfang des Artikels klar sein, dass ich hier keine Auflistung vornehmen kann. Zu unterschiedlich ist bei jedem die Fotoausrüstung, zu unterschiedlich sind die Interessen eines jeden Fotografen gelagert, zu unterschiedlich ist das Reiseziel, zu unterschiedlich sind die Transportmittel, zu unterschiedlich ist, wie die Fotos am Ende der Reise verwendet werden sollen. Ich kann hier nur einige Gedankenstützen geben – jeder muss sich wirklich selbst darüber einen Kopf machen – selbst ich, und ich habe schon so einige Reisen hinter mir. Es gibt auch bei mir keinen allgemeingültigen Zettel, auf dem alles draufsteht, dieser wird immer individuell angelegt – aber es exisitiert zumindest immer einer, der schon lange vor der Reise angefangen wird zu schreiben. Es wäre aber auch für den Leser jetzt uninteressant, diesen oder mehrere hier zu veröffentlichen (siehe oben – zu unterschiedlich…)
Das Mitnehmen einiger Ausrüstungsgegenstände hängt oft schon allein von der Dauer der Fotoreise ab. Bin ich nur einen Tag weg (gut, dann ist es vielleicht nicht gleich eine Fotoreise sondern ein Fotoausflug), dann verzichte ich auf jeden Fall auf einen Laptop – oft sogar auf einen ImageTank.
Aber gehen wir mal von einen längeren Reise aus. Selbst dann muss ich mich vorher fragen, ob ich einen Laptop mitnehme – hier allerdings den ImageTank auf jeden Fall. Wenn ich als sogenannter Backpacker los ziehe habe ich ständig mein Gepäck bei mir – da zählt jedes Gramm, wass man nicht immer mit sich rum schleppen muss. Auch die Anzahl der Objektive hält sich sehr in Grenzen – ein oder zwei gute Zommobjektive bringen hier einige Vorteile – kann mann doch so einen grossen Brennweitenbereich abdecken. Ob in diesem Fall nun eine Kombination Tele-Standard oder Weitwinkel-Standard sinnvoll ist, liegt wieder im Ermessen des Fotografen, dem Reiseziel und den evtl. Auftraggebern. Steht die Tierfotografie im Vordergrund ist sicher die Standad-Tele-Kombination sinnvoller, bei der Landschaftsfotografie sicher die Standard-Weitwinkel-Kombination. Ich selbst nutze bei der Standard-Tele ein 24-105mm und 100-400mm Zoom, bei der Standard-Weitwinkel wieder das 24-105mm und dazu das 16-35mm Zoom. Oft bin ich aber auch nur mit meinem Standardzoom unterwegs und packe für Teleaufnahmen noch einen Extender 1,4x oder 2,0x mit ein – muss dann allerdings Abstriche in der Qualität der Fotos machen und beachten, dass die Lichtstärke des Systems nach unten geht. Kompromisslos geht es leider nicht – entweder viel schleppen oder Abstriche in der Belichtungszeit machen.
Da sind wir auch schon beim Nächsten Punkt – das Stativ. Es geht nichts über ein ordentliches Dreibeinstativ und einen ordentlichen Stativkopf. Aber als Rucksackfotograf ist das auch wieder einiges an Gewicht. Bei Tageslicht kann man evtl. noch darauf verzichten, weil die Belichtungszeiten kurz gehalten werden können aber am Abend oder am Morgen – genau dann, wenn die Lichtstimmung am interessantesten ist, werden die Belichtungszeiten so hoch sein, dass die Kamera einen festen Standpunkt benötigt. Wer möchte schon mit 1600 oder 3200 ISO fotografieren. Also ein leichtes Stativ (Stichwort Karbon) oder zur Not ein Gorillapod.
Aber auch wenn es nicht unbedingt der Rucksack sein soll, sondern ein ordentliches Hotel, von dem man jeden Tag seine Ausflüge unternimmt ist die ein oder andere Vorüberlegung nötig – das fängt schon beim Gewicht für den (Flug-)Transport an und hört bei den nötigen Taschen und Koffern oder gar Kisten auf.
Ihr merkt schon, ich könnte ein ganzes Buch schreiben, um für die verschiedensten Einsatzzwecke die beste Fotoausrüstung auszuwählen. Anbei mal eine kleine Auflistung von Gedanken, Gegenständen und Zubehör, über die es sich zumindest mal lohnt nachzudenken und vielleicht auch eine kleine Hilfe für die eigene Planung ist. Nicht immer muss alles mit – aber man hat erst mal einen kleinen Überblick:
- WAS will ich fotografieren?
- Landschaft
- Tiere
- Reportage
- Menschen
- WO will ich fotografieren
- Flugtickets (wieviel Gepäck darf mit)
- Hotelreservierung
- Wanderschuhe (Kleidung allgemein)
- Rucksack oder Tragetasche
- Unterwassergehäuse
- Tarnzelt
- Kameragehäuse (evtl. Ersatz- oder Zweitkamera) – ist eine Servicewerkstatt in der Nähe meines Reisezieles?
- Objektive
- Weitwinkel, Standard, Tele, Spezialobjektiv, Extender, Zwischenringe
- Sonnen- bzw. Gegenlichtblende (die gehören immer drauf)
- Filter (Grau-/Farbverlauffilter, Polfilter, UV-Filter, Graufilter)
- Linsenreiniger, Linsenpinsel, Microfasertuch
- Datensicherung
- Speicherkarten
- ImageTank (bzw. mobile Festplatte)
- Laptop
- evtl. CDs oder DVDs für Sicherung
- Zubehör
- Akkus für alle Geräte (Laptop, Kamera, Blitz) genug mitnehmen und aufladen! vor Kälte schützen
- Ladegeräte für die Akkus, Netzkabel für die Ladegeräte
- sonst. Kabel (Fernauslöser, USB-Kabel)
- Stativ mit Stativkopf (genug Stativplatten für schnelles wechseln)
- evtl. Belichtungsmesser
- GPS oder Geotagger (Akku, Ladegerät, Kabel)
- Blitzgerät
- Reflektoren
- Welches Wetter wird vorherrschen
- Regenschutz (für Mensch und Maschine)
- Sonnenschutz(-creme)
- Handschuhe, Taschenwärmer
- sonstiges
- Mückenspray
- Hut oder Basecape
- Trinkflasche/n (Wasser),
- Notitzblock und/oder digitales Diktiergerät
Ihr merkt schon, die Liste lässt sich sicherlich noch weiter fortsetzen. Habt Ihr noch Ideen? Schreibt mir Eure Meinungen und Ausrüstungsgegenstände. Die Liste werde ich gern noch vervollständigen.
Um Bilder zum Einen auf der eigenen Festplatte schnell wieder finden zu können, zum Anderen aber auch diese für Bildagenturen anzubieten, ist es sehr wichtig, die Fotos zu verschlagworten – also mit Stichwörtern zu versehen, welche den Bildinhalt ausdrücken bzw. beschreiben. Bei mehreren tausend Fotos im Bestand kann das Suchen nach einem bestimmten Motiv schnell in zeitraubender Mühseeligkeit enden, wenn dies nicht erfolgte. Werden Fotos nur für eigene Zwecke verschlagwortet, ist dies schnell erledigt und schon beim Import der Bilder in Lghtroom (oder anderen Bilddatenbanken) schnell zu realisieren. Bildagenturen verlangen aber hier einiges Mehr an Arbeit – dazu kommt noch, dass von Agentur zu Agentur mitunter unterschiedliche Prioritäten bei der Verschlagwortung gesetzt werden. Die meisten Agenturen lesen die Schalgworte bereits aus den Exif-Daten aus, beim Export der Bilder sollte also darauf geachtet werden, dass die Stichwörter in die Bilder geschrieben werden (z.B. beim Lightroom-Export “eingebettete Metadaten minimieren” deaktivieren).
Um bei der Verschlagwortung und den einzelnen Stichwörtern nicht den Überblick zu verlieren, ist es ratsam, sich eine gewisse Hierarchie einfallen zu lassen. Zur Erläuterung hier ein kleines Beispiel, wie ich dies erledige:
- Geografie
- Kontinent
- Amerika
- Nordamerika
- USA
- Kanada
- Mittelamerika
- Südamerika
- Nordamerika
- Europa
- Mitteleuropa
- Deutschland
- Sachsen
- Nordsachsen
- Torgau
- Belgern
- Johannes-Dieckmann-Ring
- Leipzig-Land
- Nordsachsen
- Sachsen
- Deutschland
- Mitteleuropa
- Amerika
- Kontinent
Wie zu sehen, habe ich in der Kategorie “Geografie” die genauen Bezeichnungen der Örtlichkeiten hinterlegt. Sehr hilfreich dafür ist auch das Programm Geosetter (GPS vorausgesetzt), auf welches ich schon in meinem Artikel zum Geotaggen eingegangen bin. In Lightroom lässt sich beim Anlegen von Stichwörtern angeben, ob diese nur der Orientierung dienen oder mit in die Exif-Daten geschrieben werden sollen (“ebenfalls exportieren” an- oder abwählen). Im obigen Beispiel würde ich also “Geografie” und “Kontinent” nicht exportieren, wohl aber den genauen Ort der Aufnahme (z.B. Europa > Deutschland > Sachsen > Belgern). Ist diese Hirarchie einmal angelegt, muss ich nur noch, z.B. bei einer Aufnahme aus meinem Ort, “Belgern” zuweisen und alle übergeordneten Stichwörter werden mit übernommen (Sachsen, Deutschland usw.).
Genauso verfahre ich mit allen weiteren Stichworten, welche Bildrelevant sind. Hierzu habe ich mehrere Hauptkategorien angelegt und mit entsprechenden Verfeinerungen bzw. Unterkategorien versehen.
- Natur
- Pflanze
- Baum
- Laubbaum
- Nadelbaum
- Baum
- Tier
- Säugetier
- Insekt
- Landschaft
- Gewässer
- Ozean
- See
- Fluss
- Gebirge
- Gewässer
- Pflanze
Auch hier wurden wieder die genauen Bezeichnungen als Unterkategorie einer Übergeordneten zugeordnet – mitunter bis zum Lateinischen Namen – sofern ich ihn finden kann (Wikipedia lässt grüßen).
Weitere Stichwortkategorien gibt es dann noch für Menschen, Tätigkeiten, Emotionen, Technik usw. Ich habe mir einige Zeit überlegt, ob ich hier meine Stichwortliste zum Download anbieten soll oder nicht. Z.Z. habe ich mich dagegen entschieden, weil diese vielleicht zu speziell ist und diese z.B. für reine Studiofotografie gar nicht relevant ist. Sollte trotzdem Interesse sein, einfach mal eine Mail schicken.
Das Pflegen einer solchen Stichwortliste bedarf einiges an Disziplin und die Erstellung einige Vorüberlegung (ein paar Hinweise hoffe ich gegeben zu haben) und natürlich auch Zeit. Diese ist allerdings gut investiert, spart es doch im Nachhinein unnötig viele Eingaben und ständiges Überlegen, was denn noch so alles relevant für das zu verschlagwortende Bild ist.
Habt Ihr einen anderen Workflow? Wie geht Ihr an das Verschlagworten Eurer Fotos ran?
Gerade bei Reisefotografen ist ein Notizbuch unerläßlich. Oft ist man tagelang unterwegs und macht innerhalb dieser Tage mitunter sehr viele Aufnahmen. Am Abend oder am Ende der Fotoreise geht es dann an die Auswahl, Bearbeitung und Verschlagwortung der einzelnen Bilder. Dann ist es von Vorteil, wenn man in sein Notzibuch sehen und Ort der Aufnahmen oder Motive bestimmen kann.
Dies geht heutzutage aber auch einfacher und genauer mit Hilfe von kleinen elektronischen Helferleins und Satelitten. In einigen Kameras sind die sogenannten Geotagger bereits eingebaut (meist in Kompaktkameras und in sehr vielen modernen fototauglichen Handys). Bei Spiegelreflexkameras ist das zur Zeit noch die Ausnahme oder es werden mit unter sehr teure Zusatzmodule angeboten. Warum dies so ist, vermag allein der Kamerahersteller zu sagen – ich leider nicht. Für mich ist es ein Unding, dass diese kleinen elektronischen Baugruppen nicht jetzt schon standardmäßig auch in DSLRs eingebaut werden. Moderne Geotagger sind klein, verbrauchen wenig Strom und sind in der Herstellung sehr preiswert.
Ich selbst nutze seit einiger Zeit folgende Lösung: Auf der Suche nach einem Geotagger bin ich auf den Wintec WBT 201 gestoßen. In einer kleinen Neoprentasche hängt er seit dem immer an der Kamera. Er ist klein, leicht und leistungsfähig.
Sobald die Tour los geht, schalte ich den Geotagger ein und er zeichnet alle paar Sekunden die aktuelle Position auf. Nach der Tour kann ich mittels mitgelieferter Software und USB-Kabel die Daten aus dem GPS-Datenlogger auslesen und je nach Bedarf in verschiedene Formate konvertieren (u.a. auch in das KMZ-Format, welches von Google-Earth genutzt wird.
Um meine Fotos zu bearbeiten, lade ich diese erst immer von den einzelnen Speicherkarten in einen Ordner <Import> meiner Festplatte, danach erfolgte die weitere Bearbeitung in Lightroom. Bevor nun aber Lightroom zum Einsatz kommt, wird jedes Bild mit den GPS-Daten versehen. Dies erfolgt vollkommen automatisch mit der kostenlosen Software Geosetter.
An Hand der in den EXIF-Daten der Bilder angegebenen Aufnahmezeit werden die GPS-Positionen jedem Bild zugewiesen. Sehr gut finde ich die Funktion in Geosetter, dass nicht nur die reinen Koordinaten bestimmt werden, sondern gleich noch der geografische Standort – also Ländercode, Land, Bundesland, Landkreis, Ort bzw. nächstgelegener Ort und in die IPTC-Daten geschrieben werden.
Ich finde, eine schnelle und preiswerte Methode, seinen Bildern einen (geografischen) Standpunkt zu geben, welche eine Menge Zeit spart und das Notizbuch entlastet – aber auch nicht ganz ersetzt.
Nutzt Ihr auch Geotagging, welche Erfahrungen habt Ihr?
Oft frag man sich ja so, wo überall die eigenen – oder auch andere – Fotos veröffentlicht werden. Sind diese Bilder ganz normal über eine Agentur erworben worden, ist es meistens kein Problem dies nachzuvollziehen, da von der Agentur der Kunde genannt wird, die Zeitschrift und/oder die Internetseite. Nun gibt es aber auch, wie fast in jeder Branche, immer mal wieder schwarze Schafe, die das mit den Urheberrechten nicht ganz so genau nehmen und statt einer Überweisung zu tätigen, einfach die Tastenkombination <STRG>+<C> und <STRG>+<V> bevorzugen.
Die kanadische Firma Idée Inc. hat ein Tool entwickelt namens TinEye. Dieses kleine Programm lässt sich problemlos als PlugIn im Firefox oder InternetExplorer installieren und scannt eine Bilderdatenbank von derzeit über 1.000.000.000 Bildern ab. Nachdem das Tool installiert ist kann man auf einem Bild einfach mit der rechten Maustaste klicken und es öffnet sich ein PopUp-Fenster mit dem neuen Eintrag Search Image on TinEye. Es öffnet sich ein neues Fenster und alle gefundenen Bilder werden mit Angabe der URL angezeigt. Einige meiner Bilder konnte ich so ausfindig machen (alles legal erworben). Die Übereinstimmung ist verblüffend, auch weil einige Bilder im Nachhinein durch die Kunden verändert worden sind. Sicherlich wird TinEye nicht alle Bilder finden können, dafür ist die Anzahl der im Netz befindlichen Bilder einfach viel zu gross.
Auf der Seite TinEye Plugin lässt sich das Plugin (kostenfrei) downloaden und hier kann man mehr über die Arbeitsweise des Tools erfahren (englisch).
Habt Ihr schon mal Eure Bilder unerlaubterweise auf anderen Webseiten gefunden? Wie reagiert Ihr dann?






