Artikel-Schlagworte: „Nachtaufnahme“
Ich werde immer mal wieder gefragt, warum auf vielen Bildern unseres Sternenhimmels so schöne bunte Farben zu sehen sind. Wenn wir in der Nacht bei klarem Himmel nach oben sehen, dann haben die Sterne alle eine helle Färbung – mitunter kann man mal eine leicht rötliche oder bläuliche ausmachen. Um jetzt nicht ins Detail zu gehen, hier mal nur drei Gründe, welche vielleicht noch am ehesten (auch für den Laien) zu verstehen sind.
- Unser Auge bzw. die auf der Netzhaut befindlichen Pigmentzellen benötigen eine gewisse Helligkeit um Farben wahrnehmen zu können. Unterschreitet die Helligkeit ein gewisses Maß, dann können wir nur noch Helligkeitsunterschiede wahr nehmen. Frei nach dem Sprichwort “Nachts sind alle Katzen grau”.
- Weiterhin spielt die einfallende Lichtmenge eine Rolle. Unsere Pupille öffnet sich bei Dunkelheit. Der Durchmesser der geöffneten Pupille liegt dann zwischen 6 und 8 mm. Das aber ist nichts im Vergleich zu einem Teleskop. Die Durchmesser der Öffnungen für das einfallende Licht liegen hier zwischen 5 und 40 cm – zumindest für im normalen Handel käufliche Reflektoren und Refraktoren. Über Linsen- und/oder Spiegelsysteme wird das Licht dann gebündelt und gelangt danach über ein Okular und Pupille ins Auge. Somit sieht man wesentlich mehr am Nachthimmel – aber oft auch noch keine Farben.
- Das Auge sieht quasi in Echtzeit. Das gerade jetzt einfallende Licht wird sofort über den Sehnerv ins Hirn geleitet und dort verarbeitet – es entsteht ein Bild dessen, was wir gerade sehen. Das Auge, die Netzhaut oder das Hirn kann einfallendes Licht aber nicht speichern oder sammeln. Das allerdings kann Filmmaterial oder der Kamerasensor. Am Anfang der Belichtung ist alles Schwarz und jedes einfallende Lichtteilchen (Photon) wird auf dem Filmmaterial oder der Sensorzelle gesammelt. So als ob Erbsen in einen Eimer fallen. Ist der Eimer voll – also sind genug Photonen auf dem Sensor dann entsteht weis – oder je nach Farbe (Wellenlänge) des Lichts eine andere bunte Mischung.
Gestern Abend habe ich mal wieder meine Ausrüstung auf der Terasse aufgebaut und einige Fotos gemacht. Alle nachfolgenden Bilder wurden mit der EOS 5D Mark II “geschossen”. (Zum Vergrößern wie immer anklicken)
Bei diesem Ausschnitt der Milchstrasse habe ich die Kammera mit einem 24mm Objektiv auf das mitgeführte Teleskop aufgesetzt und 10 mal 1 Minute belichtet. Die Einzelbilder wurden danach gestackt (also übereinandergelegt und miteinander verrechnet) um das Rauschverhalten zu verbessern.
Dieses Bild zeigt unsere nächstgelegene Galaxie – den Anromedanebel oder auch Andromedagalaxie mit der Bezeichnung Messier 31 (M31). Sehr schön sind hier die Spiralarme der Galaxie zu sehen. Das Bild entstand aus 2 Bildern mit je 3 Minuten Belichtung. Bei dieser Aufnahme war die Kamera direkt an das Teleskop angeschlossen worden – ein 8 Zoll Spiegelteleskop mit einer Brennweite von 1000mm. Die Nachführung erfolgte manuell.
Der Hantelnebel (Messier 27 oder kurz M27) ist ein gutes Beispiel für die Farbigkeit des Himmels. Mit bloßem Auge ist er nur zu erahnen und mit einem Blick durch ein Teleskop sieht man lediglich einen hellen Nebel bzw. einen nebligen Schleier. Erst durch sammeln des Lichts kommt Farbe ins Spiel. Eigentlich ist er noch etwas roter, aber dieser Bereich (Wellenlänge) wird in der Kamera durch einen Tiefpaßfilter nicht zum Sensor durchgelassen.
Noch eine Aufnahme zum Schluß von unserem Erdtrabanten, welche allerdings nicht von letzter Nacht stammt – es ist fast Neumond, der Mond also nicht zu sehen. Sehr schön sieht man hier die Krater und Furchen des Mondes, welche sich einem nur mit einem Blick durchs Teleskop offenbaren. Ohne Hilfsmittel betrachtet, sieht man lediglich Helligkeitsunterschiede auf der Oberfläche des Mondes.
So, ich hoffe Ihr fandet es interessant und ich konnte etwas von meinem Hobby Astronomie “rüberbringen”.
Gestern Abend habe ich es mir auf der Terrasse richtig gemütlich gemacht und wollte eigentlich die Perseiden fotografieren. Die Perseiden sind aber nicht irgendwelche Blumen oder Insekten sondern ein Meteoritenschauer. Diese Meteoriten sind wiederum Auflösungsprodukte des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die Erde kreutzt in jedem Jahr im Juli/August die Bahn des Kometen. Die Umlaufszeit um die Sonne beträgt etwa 120 Jahre und das letzte Mal hat er die Erde 1992 besucht. “Ganz nahe” wir er erst im Jahr 2126 wieder zu sehen sein, aber leider nicht mehr für die Leser dieses Artikels.
Aber zurück. Die Kamera hatte ich auf einen Tisch gelegt, mit einem 16mm Weitwinkelobjektiv und Blick senkrecht nach oben. Mit einer ISO-Einstellung von 1200, Blende 2,8 und einer Belichtungszeit von ca. 3 Minuten sollten Strichspuraufnahmen eines großen Teils des Himmelsgewölbes entstehen, in der Hoffnung, dass ab und zu eine Sternschnuppe zu sehen ist und auf dem Sensor ihr Dagewesensein hinterlässt. Ein paar Testaufnahmen habe ich gemacht, um die Belichtungszeit auszuloten, das Rauschverhalten zu begutachten und den Himmelsausschnitt zu sehen. Als dies alles zu meiner Zufriedenheit erledigt war, sollte es nun endlich los gehen. Aber was war das. Es zogen dicke Wolken auf. Ein paar Minuten habe ich noch gewartet, aber es half nichts – der Himmel zog sich vollkommen zu. Na gut, alles wieder einpacken – einen Wolkenfilter gibt es ja leider (noch) nicht.
Also alles angesackt und auf einmal wackelte ganz gemütlich ein Igel über die Terasse. Was denn nun – dachte ich – na machst mal die Terassenbeleuchtung an. Der Igel schaut mich an und es kam mir vor, als würde er mich ansehen und sagen wollen “nu mach schon ein paar Bilder von mir”. Also habe ich hastig versucht die Kameraeinstellungen zu ändern. Objektiv konnte ich leider nicht wechseln, das war zu weit weg und ich wusste ja nicht, ob der Igel wieder weg rennt. Aber bei 16mm Brennweite musste ich ganz nahe an den Igel kommen, sonst wäre ja nicht viel zu sehen. Helligkeit – naja so konnte man das auch nicht nennen mit einer 7 Watt Energiesparlampe – aber gut, ISO rauf, was die EOS 5d MKII hergibt: 25600. Klick und angesehen, das ging gar nicht – nur rauschen. Also runter auf ISO 6400 und klick – okay geht. Nun noch Motiv finden – hoffentlich rennt er nicht wieder weg. Langsam habe ich mich immer näher an ihn herangetastet. Mitunter war die Linse nur 15 cm von seine Nasenspitze entfernt. Durch den Spiegelschlag hat sich allerdings der Igel immer erschrocken und er tat mir etwas leid. Zum Glück hat die Kamera auch eine Livebildfunktion. Der Spiegel klappte noch einmal hoch und das Bild war auf dem Kameramonitor. Klick, klick, klick…
Selbst mit ISO 6400 und offener Blende von 2,8 kamen Belichtungszeiten von bis zu einer Sekunde zu stande. Aber der Igel hielt schön still und genoss es geradezu ein Fotomodel zu sein. Vom Meteoritenjäger zu ganz irdischen und naheliegenden Fotos.
Aber heute Abend, ist ja auch noch ein Abend und da soll auch das Maximum an Meteoriten zu sehen sein (in der Zeit zwischen Dunkelwerden und Mitternacht mit bis zu 70 Sternschnuppen pro Stunde). Hoffentlich passt das Wetter. Bis zum Jahr 2126 kann ich ja leider nicht warten.
Gestern Abend gegen 18 Uhr zog sich langsam der Himmel zu und es wurde fast unerträglich schwül. Um 21 Uhr war die Sonne schon lange nicht mehr zu sehen, der Himmel war bedeckt mit dunklen Wolken aber im Osten müssen die Wolken so hoch gewesen sein, dass die Sonne sie noch kräftig anstrahlen konnte. Die helle Reflektion schien durch die tiefer liegenden Wolken durch und es sah Abends aus wie am Morgen kurz bevor die Sonne aufgeht. Ein ungewöhnliches Bild am Abend. Ca. halb zehn ging dann das Gewitter los. Also schnell ins Auto gesetzt und an die Elbe gefahren (Belgern liegt ja direkt an der Elbe). Stativ aufgebaut, Kamera drauf gesetzt, mit Entsetzen festgestellt, dass ich das Weitwinkel nicht dabei hatte, gehofft, dass es auch das 24 mm macht, Kamera auf “manuell” gestellt und “BLITZ” – mißt – verpasst. Nun hatte ich wenigstens eine halbe Minute Zeit, um die Einstellungen an der Kamera in Ruhe anzugehen. Es war um diese Uhrzeit noch relativ hell, also erst einmal Blende zu und ISO runter damit ich länger belichten konnte. Nach dem Motto “versuch macht kluch” Blende 18, ISO 100 und Belichtungszeit auf 10 Sekunden gestellt und ausgelöst. Das Bild war noch extrem hell, also Belichtungszeit auf 5 Sekunden runter genommen – “BLITZ” – hmmm wieder verpasst. Nocheinmal ausgelöst – so geht es.
So stand ich dann da wie bei der Feuerwerksfotografie und machte einen Schuß nach dem anderen. Langsam wurde es merklich dunkler und ich konnte die Belichtungszeit auch etwas höher nehmen. Dann fing es langsam an zu tröpfeln und auf der Objektivlinse hielten sich einige Regentröpfchen fest. Durch die geschlossene Blende waren diese dann auch auf dem Bild zu sehen, also Blende wieder auf um die Tiefenschärfe zu verkürzen. Damit wurden allerdings die Belichtungszeiten wieder kürzer und der “Streß” mit dem Auslösen ging wieder von vorn los. Insgesamt habe ich etwa 120 Bilder gemacht auf denen aber 18 mal Blitze erwischt wurden. Eine doch recht gute Ausbeute.
Hier mal zwei Aufnahmen aus der Serie. Ich hoffe sie gefallen.
Am Pfingstwochenende richten in jedem Jahr der Carnevalsclub Neußen, die Schützengilde Belgern und das Blasorchester Belgern das Pfingsfest aus. Mit vielen Programmeinlagen, Tanz, Disco usw. ist es bei den Besuchern eine immer wieder gern besuchte Veranstaltung an den vier Tagen von Freitag bis Montag. Einer der Höherpunkte ist das alljährlich stattfindende Feuerwerk am Freitag um Punkt 22:00 Uhr.
In diesem Jahr hatte ich mir fest vorgenommen, dieses einmal zu fotografieren, weil es bei den Besuchern immer wieder gern gesehen und mit viel Applaus gefeiert wird. Also die Fotoausrüstung ins Auto gepackt. Viel benötigt man ja nicht – Kamera, Stativ und Fernauslöser. (siehe auch meinen ersten Artikel dazu).
Nur der Wind war diesmal nicht so berechenbar. Mit Blick vom Kamerastandpunkt zum Feuerwerk hatte ich diesen genau im Rücken. Also eigentlich ideale Bedingungen. Wenn der Wind von der Seite kommt, hat man bei den langen Belichtungszeiten und dem Nachglühen der Feuerwerkskörper nicht so schön anzusehende Leuchtspuren auf den Bildern. Weiterhin sind auch extreme “Rauchfahnen” zu sehen, die von nachfolgenden Raketen angeleuchtet werden. Als das Feuerwerk allerdings los ging, merkte ich schnell, das die Windrichtung nur am Boden im Rücken war, in den oberen Luftschichten änderte er seine Richtung und kam genau von der Seite – so wie auf diesem Foto gut zu sehen.
Aber zum Wechsel des Kamerastandpunktes war es nun zu spät. Etwa 200 Mal habe ich den Auslöser an der Fernbedienung betätigt und eine Auswahl von ca. 10% in die Galerie gestellt.
Freue mich wie immer über Kommentare von Euch und wünsche noch allen Lesern frohe Pfingsten 2009.
Gestern Abend gab es mal wieder bis in die Nacht hinein einen klaren Himmel und ich hatte auch Muße, mein Astroequipment aufzubauen. Da ich keine Strichspuraufnahmen machen wollte, reicht natürlich kein “einfaches” Stativ, sondern es muss schon eines sein mit einer Montierung, welche der Erdrotation folgt. Darauf habe ich das Teleskop geklemmt und über einen Adapter die Kamera angeschlossen.
Bei Gelegenheit (und wenn es interessiert), werde ich mal einen etwas ausführlicheren Bericht zur Astrofotografie schreiben. Hier aber schon mal ein paar Bilder der letzten Nacht (M82 und Nordamerikanebel) sowie zwei Bilder vom Orion, welche schon im Januar 2009 entstanden sind. Bitte nicht mit Hubble-Aufnahmen vergleichen.
Kommentare zu den Bildern, oder zum Thema allgemein, sind wie immer gern gesehen.
Am Wochenende war es wieder einmal soweit, in Torgau, meiner Kreisstadt, fand der “Elbe Day” statt. Dieses Fest wird regelmäßig zum Wochenende um den 24. April organisiert. Nachedem in den letzten Jahren nicht so viel los war, es regnete immer, ist an diesem Wochenende herrliches sonniges und warmes Wetter. Unter sehr vielen Programmpunkten stand am Samstag 22:00 Uhr ein Feuerwerk auf dem Programm – eine gute Gelegenheit, mal wieder ein paar “Raketenfotos” zu schießen.
Was benötigt man, um gute Feuerwerksaufnahmen zu erhalten? Auf jeden Fall ein Stativ!!! Ohne geht es nicht. Dazu am besten noch einen Fernauslöser für die Kamera, um Verwacklungen beim Auslösen zu vermeiden. Hier ist es unerheblich, ob es einer mit Kabel ist oder ohne – also Infrarotfernbedienung. Ich bevorzuge in diesem Fall den kabelgebundenen. Da ich nicht genau wusste, wie hoch die Feuerwerkskörper fliegen würden, nahm ich das Standardzoom und das Weitwinkel mit. Im Vorfeld auch darauf achten, dass die Akkus der Kamera voll aufgeladen sind und genug Speicherkarten dabei sind.
Welche Kameraeinstellungen nutze ich bei einem Feuerwerk? Da es nicht das Erste ist, welches ich fotografiere, hatte ich schon einige Gelegenheiten, die verschiedensten Einstellungen durchzutesten. Als recht brauchbar erwiesen sich dabei folgende:
- ISO 400
- Blende 8
- Belichtung 3 Sekunden bis max. 6 Sekunden (i.d.R. 4-5 Sekunden)
- da Stativ, den Bildstabilisator ausschalten
- Entfernungseinstellung unendlich (aber es funktioniert auch der Autofocus)
Sobald das Feuerwerk los geht, den Fernauslöser drücken, die Belichtungszeit abwarten und sofort wieder auslösen. Das mach ich, solange das Feuerwerk andauert. Die Fotos können ja dann am Rechner begutachtet werden.
Bei der späteren Bildverarbeitung am Computer werden die Bilder dann grob vorsortiert und danach die Bildausschnitte festgelegt, die Farben angepasst und die Sättigung noch etwas nach oben gezogen. Sollte überhaupt nachgeschärft werden, ist hier äußerste Vorsicht angeraten. Die Strichspuren der Leuchtraketen sind sehr fein und schmal. Wenn hier zu viel geschäft wird, gehen sehr schnell die Farben verloren, weil die elektronischen Schärferlein ja nur die Schärfe simulieren und meißt auf Kontrastverstärkung zwischen hellen und dunklen Bereichen zielen. Hellere Bereiche an den Rändern von dunklen Bereichen werden hier noch heller gerechnet – also Richtung weiß. Wenn die Strichspur nun sehr schmal ist, wird die Farbe herausgenommen bzw. heller gerechnet und es entsteht eine weiße Spur – Farbe adé.
Hier nun einige Impressionen. Ich habe schon bessere Feuerwerke gesehen, aber zur Erklärung, wie man ein Feuerwerk fotografiert sind sie sicher hilfreich.
Habt Ihr andere Erfahrungen gemacht und mit welchen Einstellungen arbeitet Ihr? Schreibt mir.






