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Kalibrierung von der Aufnahme bis zum Druck

Auch in diesem zweiten Teil werde ich wieder einen SpyderCube verlosen – die Teilnahmebedingungen findet Ihr im ersten Teil (SpyderCube).

Monitorkalibrierung mit dem Spyder3Elite

In einer anderen vierteiligen Serie bin ich ja schon einmal auf die Kalibrierung von Monitoren für die Bildbearbeitung eingegangen – die Hintergründe einer Kalibrierung sind also dort zu entnehmen. In dem Beitrag war das Meßinstrument das menschliche Auge – und dies reicht im Normalfall auch aus. Sollte es aber auf Genauigkeit ankommen – und da spreche ich die eher ambitionierten Hobbyfotografen, Semiprofis und Profis an – kommt man früher oder später nicht um ein solches Werkzeug herum.

DataColors Spyder3Elite ist eines von drei Produkten für die Monitorkalibrierung. Die Preise für die angebotenen drei Kalibrierungsgeräte bewegen sich zwischen ca. 100 und 200 Euro. Ich habe mir vor einigen Jahren den Spyder2Express und im letzten Jahr den Spyder3Elite gekauft, welchen ich hier kurz vorstellen möchte. Eine Bedienungsanleitung werde ich allerdings nicht schreiben.

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Oben abgebildet ist zu sehen der eigentliche Messkopf, die mitgelieferte Software-CD für Windows- und Mac-Rechner sowie ein kleiner Ständer für den Messkopf. Gerade ist mir sogar aufgefallen, dass der Ständer am Boden ein Stativgewinde besitzt. Gut zu erkennen ist, dass der Messkopf über einen USB-Stecker mit dem Rechner verbunden wird. Vorn am Messkopf ist weiterhin ein Sensor zur Erkennung des Umgebungslichtes angebracht. Dieser regelt im Einsatz dann auch die Monitorhelligkeit in Abhängigkeit von der Arbeitsplatzbeleuchtung.

Als erstes muss die Software installiert werden, damit werden gleichzeitig die nötigen Treiber auf den Rechner übertragen. Ist dies erfolgt, kann es auch schon los gehen mit der Kalibrierung. Die Zimmerbeleuchtung ist so einzustellen, dass normale Arbeitsbedingungen vorherrschen. Es sollte nicht zu hell oder zu dunkel sein, dies verfälscht die subjektive Wahrnehmung der Monitorhelligkeit. Sobald beim ersten Mal der USB-Stecker in den Rechner gestöpselt wird, werden die mitgelieferten Treiber installiert und darufhin der Messkopf erkannt. Als nächstes wird das Programm gestartet und die Software meldet sich mit einer Begrüßung. Kurz darauf ist schon der erste Dialog zu sehen – auswählen des Monitors.

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Beim Spyder2Express noch nicht vorhanden, unterstützt Spyder3Elite mehrere angeschlossene Monitore. Für jeden Monitor kann ein eigenes Farbprofil gespeichert werden, was ja auch Sinn macht wenn man mehrere hat. Ich arbeite lieber mit zwei Monitoren.

Ist der Monitor noch nicht kalibriert worden, folgen nun eine Reihe weiterer Menüs. In diesen wird u.a. dazu aufgefordert, verschiedene Eingaben zu machen, z.B. welche Einstellungsmöglichkeiten der Monitor besitzt (Helligkeit, Kontrast, Gamma, Farbtemeratur usw.). Zum Glück muss dies nicht jedes mal erledigt werden, da dies schon einige Zeit dauert. Bei der Erstanwendung sollte man locker eine halbe Stunde einplanen. Später dann ist man in nicht mal 4 Minuten durch.

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Wenn dies alles erledigt befindet man sich in dem o.a. Menü und es kann los gehen. Hier startet dann auch die Rekalibrierung, wenn bereits ein Monitorprofil vorhanden ist. Mit einem Klick auf <weiter> kommt die Aufforderung, den Messkopf am Monitor zu befestigen.

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Glücklicher Weise ist am hinteren Teil ein Saugnapf vorhanden, man “pappt” den Messkopf einfach auf den Monitor – fertig. Bei Röhrenmonitoren oder den spiegelnden Laptop-Scheiben ist dies kein Problem, bei matten Oberflächen kann das schon eher der Fall sein. Durch die rauhe Oberfläche hält der Messkopf nicht richtig und kann wieder abfallen. Aber auch hier wurde mitgedacht und am USB-Kabel ein verschiebbares Gewicht angebracht. Kabel und Gewicht einfach nach hinten über die Monitoroberkannte legen = Gleichgewicht.
Danach noch einmal einen Button bestätigen und dann heißt es warten. Nacheinander bekommt der Messkopf von schwarz bis weiß in allen Abstufungen über rot, grün und blau zu sehen.

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Die Software liest diese Daten aus (Helligkeit, Farbton usw.) und vergleicht intern den gemessenen Wert mit den Werten welche sie der Grafikkarte sendet. Aus diesen Soll- und Ist-Werten wird am Ende eine neue Tabelle angelegt – das Monitorprofil. An Hand dieser Daten weiß nun der Rechner, welche Farbanteile mit welcher Helligkeit zum Monitor gesendet werden müssen, um genau das darzustellen, was gewünscht ist.

Mein Fazit

Wenn es auf Farbgenauigkeit in der Bildbearbeitung ankommt ist eine Kalibrierung des Monitors unverzichtbar. Es gibt andere Hersteller und auch andere Preisklassen. Mit dem Spyder3Elite habe ich eine preiswerte Variante, die für meinen persönlichen Bedarf vollkommen ausreichend ist. Es wird empfohlen die Kalibrierung aller 30 Tage zu wiederholen. Dies habe ich am Anfang auch gemacht, allerdings konnte ich dann keinerlei Unterschiede zwischen vorher und nachher feststellen. Diese sind dann sicherlich nur mit Messgeräten messbare Feinheiten, für mich aber unrelevant. Jetzt wiederhole ich nur noch aller viertel Jahr die Kalibrierung und fahre gut damit. Die Qualität des Bildschirms ändert sich in dieser Zeit genauso wenig.

Kalibrierung von der Aufnahme bis zum Druck

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Heute möchte ich eine dreiteilige Serie starten in der es um die Kalibrierung geht. Angefangen von der Fotografie bis hin zum Druck. Der erste Teil wird dem sogenannten Weißabgleich gewidmet sein, der zweite Teil wird sich mit der Kalibration des Bildschirmes beschäftigen und im dritten Teil werde ich die Druckerkalibrierung beschreiben.

Ich möchte gleich vorweg schicken, dass es sich bei allen drei Artikeln nicht um einen Testbericht handeln wird, sondern um meine eigene Vorgehensweise und welche Erfahrungen ich damit gemacht habe.

Alle drei vorgestellten Artikel stammen von der Firma Datacolor aus der Schweiz. Hierbei handelt es sich um den

Weißabgleich mit dem SpyderCube

Bei Studioaufnahmen ist ein korrekter Weißabgleich fast unerlässlich. Hierbei ist es unrelevant ob Personen oder Objekte abgelichtet werden. Viele Fotografen verwenden dafür eine sogenannte farbneutrale 18%-Graukarte. 18% deshalb, weil das menschliche Auge Helligkeitsunterschiede nicht linear sieht, und da erscheinen 18% Grau im Auge wie 50%. Die Graukarte wird beim ersten Foto mit fotografiert und bei der späteren Entwicklung können Farbabweichungen durch Studiolampen ausgeglichen werden – aber dazu später.

DataColor hat sich hierzu Gedanken gemacht und eine vollkommen neue Lösung gefunden, welche nicht nur die Graukarte ersetzt sondern noch einiges mehr zu bieten hat.

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Das Gummiband und der Standfuß (incl. Stativgewinde) dienen zum Aufhängen, Befestigen oder Aufstellen in der Nähe des zu fotografierenden Objektes. Am „Kopf“ des Würfels befindet sich weiterhin eine verchromte Kugel – diese dient später dazu, um im Bild Spitzlichter besser kontrollieren zu können, also die wirklich hellsten Bereiche eines Bildes. In einer der schwarzen Flächen befindet sich weiterhin ein Loch – die sogenannte Lichtfalle. Durch die raue Innenobefläche wird sämtliches einfallendes Licht komplett absorbiert und auf dem Foto ist absolutes Schwarz zu sehen.

Der ganze Würfel besteht aus Plastik und ist durchgefärbt – somit ist er leicht und die Obeflächen haltbar. Zum Lieferumfang gehört auch ein kleiner Stoffbeutel.

Verwendung

Die Verwendung ist natürlich selten einfach. Man rückt das zu fotografierende Objekt in Pose und richtet die Beleuchtung ein. Dann kann das Fotografieren auch schon los gehen – also alles wie bisher. Ein Foto sollte jedoch dem SpyderCube gewidmet sein. Diesen einfach, wie abgebildet, mit in das Bild (Motiv) integrieren. Bitte darauf achten, dass alle Flächen (auch die Lichtfalle) zu sehen sind – shot – fertig. Dies gilt natürlich nicht nur für Studioaufnahmen sondern kann überall dort angewendet werden wo es um die korrekte Wiedergabe von Farben geht.

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Das Motiv zeichnet sich nicht gerade besonders durch hohe Kreativität aus, ich möchte nur an einem Testaufbau die Wirkungsweise demonstrieren. Zu diesem Zweck habe ich auch absichtlich die Halogen-Zimmerlampe als Beleuchtung verwendet, da diese einen sehr hohen rötlichen Strahlungsanteil besitzt.

Bildbearbeitung in Lightroom

Abgesehen von der kleinen Überschrift kann natürlich die Bildbearbeitung in jedem anderen Bildbearbeitungsprogramm so oder ähnlich vorgenommen werden, welches den Weißabgleich/Grauabgleich unterstützt. Ich selbst nutze Lightroom und werde die Arbeitsschritte deswegen mit Lightroom erklären.

Als erstes öffnet man das Bild, auf welchem der SpyderCube mit abgebildet ist (und freut sich über sein Meisterwerk Icon Wink in ). Ist bei der Aufnahme mit einer (oder mehreren) Glühlampe gearbeitet worden, wird das Bild einen gelblich-rötlichen Farbton haben, in der Mittagssonne aufgenommen sicherlich einen eher bläulichen Farbton.

Nun geht man in die Entwicklungseinstellungen, nimmt die Pipette auf (also das Weißabgleichsauswahlwerkzeug) und klickt auf eine der Grauflächen des SpyderCubes.

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Schwupp hat sich das rötliche oder bläuliche Grau in ein neutrales Grau verwandelt. Das Bild ist nun Beleuchtungsfarbneutral. Ganz wichtig zu erwähnen sind an dieser Stelle vielleicht zwei Punkte: Erstens sollte man für die Beleuchtung des Motivs keine unterschiedlichen Beleuchtungskörper verwenden (also Kalt- und Warmlicht gemischt) und zweitens; ist eine bestimmte Lichtsituation ausdrücklich gewünscht (also z.B. stimmungsvolles Kerzenlicht), dann stößt man natürlich an die Grenzen des SpyderCube für den Weiß-/Grauabgleich – dafür wurde er ja auch nicht entwickelt.

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Nun geht es der Belichtung an den Kragen – sofern diese bei der Aufnahme nicht optimal war. Diese kann jetzt so angepasst werden, dass kein Farbkanal mehr abgeschnitten wird. Das Histogramm liefert die nötigen Informationen jeweils links und rechts mit den Dreiecken.

Um einen größtmöglichen Dynamikumfang zu erhalten, wird nun noch die Helligkeit so eingestellt, dass die weißen Flächen des Cubes gerade so weiß erscheinen (Achtung Histogramm beachten) und die schwarzen Flächen knapp dem Schwarz der Lichtfalle entsprechen. Um dies alles zu erreichen, ruhig mit den Reglern in den Grundeinstellungen der Entwicklung von Lightroom testen.

Bei all der Theorie darf natürlich nicht der persönliche Geschmack, persönliche Vorlieben und Bildaussage vergessen werden. Diese stehen natürlich im Vordergrund.

Sind nun alle Einstellungen getroffen, geht es an die Bearbeitung der eigentlichen Motive – ohne den Cube. Mit der rechten Maustaste klickt man in das gerade bearbeitete Bild und wählt „Einstellungen kopieren“. Im darauf erscheinenden Dialog werden die Einstellungen ausgewählt, welche kopiert werden sollen (also z.B. Weißabgleich, Belichtung, Schwarz-Bechneidung usw.)

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Nun einfach das nächste Motiv bzw. das nächste Bild auswählen – rechter Mausklick – Einstellungen einfügen – fertig. So kann nun mit jeder Aufnahme verfahren werden, welche unter den gleichen Bedingungen aufgenommen wurde. Schnell und effizient – ohne dass bei jedem Foto wieder die Werte erneut angepasst werden müssen.

Fazit

Für mich ist der SpyderCube eine lohnende Investition gewesen. Er ist klein, leicht, transportabel, schnell einsatzbereit, robust und erfüllt mehr Funktionen als eine Graukarte. In Lightroom (oder anderen Bildbearbeitungsprogrammen) habe ich schnell Zugriff auf Belichtungswerte, Farbnuancen und den Weißabgleich. Wer bei seinen Fotos Wert auf einen korrekten Weißabgleich legt und/oder eine Serie des gleichen Motivs bearbeiten möchte, hat mit dem SpyderCube eine geniale Alternative zur Graukarte.

Wie im letzten Artikel angedeutet, heute nun ein paar Zeilen zum Thema Weißabgleich, Gammakurve und Farbraum. Den Weißabgleich kennt man vielleicht schon von der Kamera mit der man seine Fotos macht. Das Licht welches das Objekt der Begierde anstrahlt hat eine sogenannte Farbtemperatur welche in Kelvin angegeben wird. Warmes (rötliches) Licht hat Temperaturen zwischen 2500 und 4000 Kelvin. Neutrales Licht liegt im Bereich zwischen 6000 und 7000 Kelvin und alles über 7000 Kelvin hat einen bläulichen Charakter. Wenn der Monitor auf 6500 Kelvin eingestellt ist, sollten also keine Farbstiche zu sehen sein.

Weissabgleich in

Weissabgleich

Hier gleich noch eine Grafik, welche auch bei der Gammakorrektur eine Rolle spielt. Der Monitor muss beim Weißabgleich so eingestellt sein, dass das Feld links oben der unteren Grafik keinen Farbstich enthält – also grau dargestellt wird. Beim “Meßgerät” Auge am besten mal die “Linse” verstellen und unschaft fokussieren – Brillenträger mal die Brille absetzen damit alles unscharf wird.

Gamma in

Gammakorrektur und Weißabgleich

Weiterhin sollte die Helligkeit des Graus in der Mitte dem Grau entsprechen, welches das Feld umgibt. Dies erreicht man mit der Gammakorrektur. Die Gammakorrektur ist einfach gesagt die Grauverteilung zwischen Schwarz und Weis in einem Graubalken (siehe Artikel 3). Liegt die Gammakorrektur unter einem Wert von ca. 2,2 dann werden mittlere Grautöne zu hell angezeigt und bei einem Wert von über 2,2 zu dunkel.

Ist gar nicht so einfach, einen so komplizierten Sachverhalt mal einfach auszudrücken. Wer sich näher damit beschäftigen will – Wikipedia und viele andere Seiten lassen grüßen.

Kommen wir noch zum Farbraum. Der Farbraum ist der Farbbereich, den ein Monitor darstellen kann. Nicht jede Farbe kann auf einem Monitor dargestellt werden – denken wir nur mal an die floureszierenden Leuchtfarben, richtig sattes helles Grasgrün, verschiedene Rot- und Brauntöne. Auf dem Bildermarkt haben sich im Grunde zwei definierte Farbräume etabliert sRGB und AdobeRGB. sRGB ist ein Farbraum, welcher zu nahezu 100% für Fotos im Web genutzt wird, der AdobeRGB-Farbraum ist etwas umfangreicher und wird gern von Bildagenturen bevorzugt. Das heißt aber noch nicht, dass ein Monitor diese kompletten Farbräume auch darstellen kann. In den Datenblätten der Monitore sieht man (wenn überhaupt) Angaben wie 96% sRGB und 92% AdobeRGB. Je näher dran – desto besser, aber herstellungsbedingt auch teurer der Monitor.

Zum Schluss noch die sicher die ganze Zeit erwartete Empfehlung für Monitore zur Bildbearbeitung. Hier muss ich aber passen. Ich habe kein Messlabor, um einzelne Monitore zu prüfen, zu messen oder anderwertig zu beurteilen. Aber es gibt Hersteller, die sich auf die Produktion solcher Monitore spezialisiert haben und die kann ich hier gern Auflisten. Aber selbst diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Eizo – der wohl bekannteste Hersteller (im Rechten Menü der Eizo-Seiten am besten den “Produktberater” nutzen)
  • NEC – die SpectraView-Serie
  • LaCie – LCD-Monitore und Kalibrierung
  • Samsung – auch ein bekannter Hersteller

Falls noch etwas unklar sein sollte, Bemerkungen, Kritiken, Hinweise usw. sind wie immer gern gesehen und helfen vielleicht auch anderen Lesern.

Im dritten Teil geht es nun um die Reaktionszeit und die Kalibrierung eines Monitors für die Bildbearbeitung. Um es gleich vorwegzunehmen, die Reaktionszeit (also die Zeit, die das Panel benötigt für den Wechsel eines Pixels von einer Farbe zu einer Anderen) ist nur sekundär wichtig. Da bei der Bildbearbeitung in der Regel nicht mit schnellen Bildfolgen zu rechnen ist, spielt die Reaktionszeit nur eine untergeordnete Rolle. Anders sieht dies bei der Videobearbeitung aus oder bei Spielen. Da sich bei einem Video bzw. Film die Farben und Helligkeiten eines Pixels sehr schnell ändern, kann es bei einem “langsamen” Monitor zu Schlieren kommen. Bei Film und Video sollten man einen Monitor wählen der min. eine Reaktionszeit von 5-6 ms hat. Bei der reinen Bildbearbeitung kann es ruhig etwas mehr sein (8-12 ms).

Am wichtigsten ist die Kalibrierung eines Monitors. Ob diese soft- oder hardwaremäßig erfolgt ist nicht ganz so wichtig und auch eine Frages des Geldbeutels. Monitore mit Hardwarekalibration kosten mit unter fast das Doppelte als ein Monitor ohne diese Einrichtung. Es gibt verschiedene Anbieter von Kalibrationswerkzeugen (siehe Liste am Ende des Artikels).

Was versteht man aber nun überhaupt unter Kalibrierung? Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen, dazu gibt es im Internet genug Fachliteratur zu lesen. Einfach ausgedrückt ist es das exakte Einstellen der Helligkeit, des Kontrastes und der Farbwerte eines Monitors für die korrkte Darstellung der Fotos. Im einfachsten Fall kann das Auge als Messgerät dienen und ein Grau-Balken – also ein Balken mt Abstufungen von weis nach schwarz. Die Grauwerte sollten von den benachbarten Grauwerten sichtbar unterscheidbar sein und ohne Farbverfälschungen, also keinen Farbstich enthalten.

Graubalken in

korrekte Darstellung wenn jeder Grau-Balken vom benachbarten unterscheidbar ist

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Monitor ist zu hell eingestellt

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Monitor ist zu dunkel eingestellt

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Der Kontrast ist zu hoch eingestellt

Messgeräte können dies aber noch genauer Beurteilen. Ein solches Messgerät nennt man Kolorimeter. Das Kolorimeter wird direkt auf den Bildschirm angebracht und eine Software “spielt” dem Messgerät definierte Farben und Abstufungen vor. Das Kolorimeter misst diese angezeigten Werte und errechnet danach die genauen Werte, welche in einem sogenannten Monitorprofil abgespeichert werden.

Anbieter von Kalibrierungswerkzeugen:

Im (voraussichtlich) letzten Teil geht es dann um Weißabgleich, Gammakurve und Farbraum.

Wenn Fragen sind, einfach ein Feedback schreiben.

Heute nun der zweite Teil von “Monitor für Bildbearbeitung” mit dem Thema Helligkeit und Kontrast.
Ein wichtiges Kriterium für die Bildqualität ist das Kontrastverhältnis. Es beschreibt den Helligkeitsunterschied zwischen weißen und schwarzen Bildpunkten. Kann der Monitor einen weißen Bildpunkt z.B. 500 mal heller darstellen als einen schwarzen, spricht man von einem Kontrastverhältnis von 500:1. Auch hier kann man Herstellerangaben nicht auf die Goldwaage legen, doch generell gilt: Je höher desto besser. Im Schnäppchenbereich gilt mittlerweile 500 bis 700:1 als Standard. In solchen Bildschirmen steckt fast immer ein TN-Display. VA- und IPS-Bildschirme erreichen teilweise ein Kontrastverhältnis von 1000:1 oder mehr. Die Messverfahren der Hersteller unterscheiden sich zu gunsten der Werbung sehr deutlich. Oft werden hier nicht der Schwarzwert im eingeschalteten Zustand gemessen sondern mit ausgeschaltem Monitor. Dies ist natürlich unrealistisch, ergibt aber “bessere” Kontrastverhältnisse. Hier sollte man also vorsichtig sein, wenn es um Werte geht wie 20.000:1 oder noch höher. Kontrastwerte für einen Monitor zur Bildbearbetung um die 850:1 und höher sind vollkommen ausreichend.

Die Helligkeit wird in Candela pro Quadratmeter angegeben (cd/m²). So ziehmlich alle TFT-Monitore erreichen Helligkeiten zwischen 200 und 300 cd/m² und reichen für die Bildbearbeitung aus. Auf Grund dessen kann der Wert bei der Monitorsuche vernachlässigt werden. Wichtiger ist die Helligkeitverteilung, welche aber wieder vom verwendeten Panel abhängig ist. Bei sehr preiswerten TN-Panels macht sich dies schon allein beim Betrachten bemerkbar in dem die Helligkeit rein visuell am unteren Bildschrmarand am stärksten ist und nach oben und zur Seite mitunter sehr schnell abfällt. Dies sieht etwa so aus (stark übertrieben).

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Ändert man den Betrachtungswinkel bzw. seine Position zum Monitor, scheint die hellste Fläche “mitzuwandern”. Diese Werte bzw. Tabellen dazu findet man aber kaum in einem Datenblatt, höchstens in einigen Testberichten. Ist man am Kauf eines Monitors interessiert, dann bleiben einem nur zwei Wege: 1. Testberichte im Internet googeln und/oder 2. den Monitor im Fachgeschäft begutachten.

Im nächsten Artikel geht es dann um die Reaktionszeit und die Kalibrierung eines Monitors.

Mit dem Thema “Monitor für die Bildbearbeitung” möchte ich eine kleine Serie starten, die sich damit auseinander setzt, welche Eigenschaften ein Monitor haben sollte, um erfolgreich Bilder am Monitor bearbeiten zu können. Folgende Beiträge dazu sind geplant:

  • Panel-Technologie
  • Helligkeit und Helligkeitsverteilung
  • Kontrastverhältnis
  • Reaktionszeiten
  • Kalibrierung
  • Gammakurve
  • Weißabgleich
  • Farbraum

Wer (semi-)professionell seine Bilder am Computer nachbearbeitet und ein farbverbindliches Ergebnis am Monitor betrachten möchte, ist auf einen entspechend hochwertigen Monitor angewiesen. Doch was macht einen hochwertigien Monitor aus? Wer am Laptop seine Bilder betrachtet oder an einem preiswerten Flachbildschirm sitzt wird es sicherlich schon einmal bemerkt haben, sobald man den Betrachtungswinkel ändert, verändern sich die Farben des Bildes. Sie werden je nach Betrachtungswinkel blasser, heller oder dunkler so wie auf den folgenden Bildern zu sehen.

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Bild von vorn betrachtet

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Bild von oben betrachtet

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Bild von unten betrachtet

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Bild von der Seite betrachtet

Schwenkt man den Blink auf den Monitor nach links oder rechts werden die Bilder blasser, von unten auf den Monitor gesehen wird das Bild dunkler und von oben heller. Dies ist abhängig von der eingesetzten Panel-Technologie des Monitors. (Panel nennt man die eigentliche Anzeigefläche.)
Hier taucht schon die erste Frage auf – TFT oder LCD? Aber das ist eigentlich gar keine Frage. Mit LCD werden generell Flüssigkristall-Anzeigen bezeichnet – also auch die Anzeigen von Armbanduhren, Taschenrechnern bis hin zu Großbildleinwänden. TFT (Dünnschichttransisitoren) ist eine Untergruppe der LCD-Technik und nahezu alle Monitore arbeiten mit dieser Technik. Allerdings gibt es innerhalb der TFT-Technik unterschiedliche Display-Typen. Diese bezeichnet man als TN, MVA, PVA oder IPS-Panels.
In den meisten Laptops und preiswerten Monitoren sind die sogenannten TN-Panels verbaut. Diese sind preiswert herzustellen, haben kurze Reaktionszeiten aber eben auch die o.g. “Anzeigeprobleme”. In den Prospekten wird häufig mit den Reaktionszeiten, dem Kontrastverhältnis oder den Helligkeitswerten geworben, Informationen zum verbauten Panel findet man dagegen nur nach intensivem Studium der Datenblätter oder häufig auch gar nicht.

TN-Panels
haben eine gute allgemeine Performance mit einer sehr gute Reaktionszeit sowie einen niedrigem Energieverbrauch. Durch die extrem schnelle Reaktionszeit ist dieser Paneltyp vor allem für Spieler und Videofilmer interessant. Aber auch durch seine guten allgemeinen Eigenschaften ist es ein Display für jedermann.

MVA- und PVA-Panels
sind kompliziert aufgebaut und hergestellt. Diese Technik besticht momentan durch den besten Kontrast und einen sehr guten Blickwinkel. Bei diesem Typ ist sogar ein Blickwinkel von 178/178 Grad möglich und keine Seltenheit. Auch die Reaktionszeit zwischen schwarz und weiss ist gut, aber bei den anderen Farben dauert es länger. Daher ist das Einsatzgebiet etwas für Grafiker und Fotografen als für Spieler und Videobearbeitung.

IPS- und S-IPS-Panels
bieten einen guten Kontrast, eine präzise Graustufen-Auflösung und einen großen darstellbaren Farbraum. Der S-IPS ist eine Weiterentwicklung vom IPS und bietet sogar eine sehr gute Reaktionszeit.

Ein guter Anhaltspunkt bei den Werbeaussagen ist also der Betrachtungswinkel. Wird hier ein Wert von etwa 178° angegeben, ist mit Sicherheit auch ein Panel verbaut, welches nicht in der TN-Technik hergestellt wurde. Ein weiterer Unterschied ist der Preis.

Weitere Daten, worauf man beim Kauf eines Monitors für die Bildbearbeitung achten sollte, sind Kriterien wie Helligkeit, Helligkeitsverteilung, Kontrastverhältnis und Anschlüsse, dazu werde ich in den nächsten Artikeln eingehen. Warum die Reaktionszeit bei der reinen Bildbearbeitung eine untergeordnete Rolle spiel, wird auch Thema in einem der nächsten Artikel sein.