Artikel-Schlagworte: „Imagetank“
In drei Wochen ist es mal wieder soweit – es geht auf eine Fotoreise (incl. Urlaub). Und da heißt es mal wieder, sich Gedanken zu machen über die mitzunehmende Fotoausrüstung. Ich weiß im Groben und Ganzen etwa was mich erwarten wird und ich weiß, was ich fototografieren möchte. Aber bei einer ca. 4000 km langen Reise durch den Westen der USA werden mit Sicherheit unvorhersehbare Sachen passieren. Kurzum es muss fast alles mit. Für die Flugreise werde ich meinen großen Fotorucksack packen. Dieser wird dann so aussehen.
Zwei Bodys (5DMKII und als Ersatz die 5D), drei Zommobjektive (16-35mm, 24-105mm und 100-400mm) sowie zwei Festbrennweiten (50mm und 85mm). Zu allen Objektiven natürlich die entsprechenden Streulichtblenden oder wie man sie auch immer nennt (Sonnenblende, Gegenlichtblenden usw.). Ohne diese fotografiere ich nie. Weiterhin müssen auf jeden Fall die Filter mit (Polfilter, Grauverlauffilter, Graufilter) und das Blitzlicht, sowie Fernauslöser und ganz wichtig das Stativ. Den 1,4 und 2,0 Kenko-Konverter werde ich auch einstecken.
Ist das nicht ein bißchen schwer? Ja – ca. 17 Kilo. Aber den großen Rucksack werde ich nicht ständig mit mir rumschleppen, dafür muss ein Kleiner herhalten oder die Fototasche, welche auch noch mit müssen.
Was ist noch wichtig? Jede Menge Speicher. Bei den beiden Vollformatkameras kommen eine ganze Menge Daten zusammen. Wenn dann der Speicher nicht ausreicht und man steht gerade in der Pampa dann hilft nur noch löschen oder nicht mehr fotografieren. Beides sehr schlechte Kompromisse. Für die schnelle Datensicherung werde ich einen Imagetank mit nehmen, der hat 250 GByte und natürlich den Laptop. Weiterhin werde ich auch noch einige DVDs mitnehmen, auf denen auch noch eine Datensicherung gemacht wird. Nichts ist schlimmer, als schöne Fotos “im Sack” zu haben, und dann feststellen zu müssen, dass durch fehlende Sicherungen diese im Nirvana verschwunden sind.
Akkus und Netzteile! Alle elektronischen Geräte benötigen ihren Saft um arbeiten zu können. Also genug mitnehmen, für alles. Und natürlich auch die Netzteile, um diese zu laden. In den Staaten sind andere Stromanschlüsse, also gehören auch Adapter dazu. Nun werde ich aber nicht 5 Adapter mitnehmen sondern nur zwei und einen deutschen Mehrfachverteiler. Ich hasse diesen ganzen verschiedenen Netzteile und den ganzen Kabelsalat. (USB-Kabel nicht vergessen).
Was noch? Achja – der GPS-Tagger oder Geo-Logger. So kann man sich bei so einer langen Reise einige Schreiberei sparen. Der Geologger scheibt die Positionen mit und diese können dann ganz einfach mittels Software den Bildern zugeordnet werden. Dann noch Putztücher für die Linsen bzw. Blasebalg und Pinsel für die Sensoren.
Das war erst einmal der Inhalt der Fototasche(n) bzw. Rucksack. Bekleidung für alle möglichen Wettersituationen kommt natürlich auch nch dazu.
Ich gebe zu, das ist schon eine ganze Menge. Was nehmt Ihr mit auf eine Fotoreise und was darf bei Euch gar nicht fehlen – außer Kamera? Ich freue mich wie immer auf Eure Antworten.
Ich werde oft gefragt, welche Fotoausrüstung ich mit auf Reisen nehme oder was sinnvoll ist mit einzupacken. Jedem sollte schon jetzt am Anfang des Artikels klar sein, dass ich hier keine Auflistung vornehmen kann. Zu unterschiedlich ist bei jedem die Fotoausrüstung, zu unterschiedlich sind die Interessen eines jeden Fotografen gelagert, zu unterschiedlich ist das Reiseziel, zu unterschiedlich sind die Transportmittel, zu unterschiedlich ist, wie die Fotos am Ende der Reise verwendet werden sollen. Ich kann hier nur einige Gedankenstützen geben – jeder muss sich wirklich selbst darüber einen Kopf machen – selbst ich, und ich habe schon so einige Reisen hinter mir. Es gibt auch bei mir keinen allgemeingültigen Zettel, auf dem alles draufsteht, dieser wird immer individuell angelegt – aber es exisitiert zumindest immer einer, der schon lange vor der Reise angefangen wird zu schreiben. Es wäre aber auch für den Leser jetzt uninteressant, diesen oder mehrere hier zu veröffentlichen (siehe oben – zu unterschiedlich…)
Das Mitnehmen einiger Ausrüstungsgegenstände hängt oft schon allein von der Dauer der Fotoreise ab. Bin ich nur einen Tag weg (gut, dann ist es vielleicht nicht gleich eine Fotoreise sondern ein Fotoausflug), dann verzichte ich auf jeden Fall auf einen Laptop – oft sogar auf einen ImageTank.
Aber gehen wir mal von einen längeren Reise aus. Selbst dann muss ich mich vorher fragen, ob ich einen Laptop mitnehme – hier allerdings den ImageTank auf jeden Fall. Wenn ich als sogenannter Backpacker los ziehe habe ich ständig mein Gepäck bei mir – da zählt jedes Gramm, wass man nicht immer mit sich rum schleppen muss. Auch die Anzahl der Objektive hält sich sehr in Grenzen – ein oder zwei gute Zommobjektive bringen hier einige Vorteile – kann mann doch so einen grossen Brennweitenbereich abdecken. Ob in diesem Fall nun eine Kombination Tele-Standard oder Weitwinkel-Standard sinnvoll ist, liegt wieder im Ermessen des Fotografen, dem Reiseziel und den evtl. Auftraggebern. Steht die Tierfotografie im Vordergrund ist sicher die Standad-Tele-Kombination sinnvoller, bei der Landschaftsfotografie sicher die Standard-Weitwinkel-Kombination. Ich selbst nutze bei der Standard-Tele ein 24-105mm und 100-400mm Zoom, bei der Standard-Weitwinkel wieder das 24-105mm und dazu das 16-35mm Zoom. Oft bin ich aber auch nur mit meinem Standardzoom unterwegs und packe für Teleaufnahmen noch einen Extender 1,4x oder 2,0x mit ein – muss dann allerdings Abstriche in der Qualität der Fotos machen und beachten, dass die Lichtstärke des Systems nach unten geht. Kompromisslos geht es leider nicht – entweder viel schleppen oder Abstriche in der Belichtungszeit machen.
Da sind wir auch schon beim Nächsten Punkt – das Stativ. Es geht nichts über ein ordentliches Dreibeinstativ und einen ordentlichen Stativkopf. Aber als Rucksackfotograf ist das auch wieder einiges an Gewicht. Bei Tageslicht kann man evtl. noch darauf verzichten, weil die Belichtungszeiten kurz gehalten werden können aber am Abend oder am Morgen – genau dann, wenn die Lichtstimmung am interessantesten ist, werden die Belichtungszeiten so hoch sein, dass die Kamera einen festen Standpunkt benötigt. Wer möchte schon mit 1600 oder 3200 ISO fotografieren. Also ein leichtes Stativ (Stichwort Karbon) oder zur Not ein Gorillapod.
Aber auch wenn es nicht unbedingt der Rucksack sein soll, sondern ein ordentliches Hotel, von dem man jeden Tag seine Ausflüge unternimmt ist die ein oder andere Vorüberlegung nötig – das fängt schon beim Gewicht für den (Flug-)Transport an und hört bei den nötigen Taschen und Koffern oder gar Kisten auf.
Ihr merkt schon, ich könnte ein ganzes Buch schreiben, um für die verschiedensten Einsatzzwecke die beste Fotoausrüstung auszuwählen. Anbei mal eine kleine Auflistung von Gedanken, Gegenständen und Zubehör, über die es sich zumindest mal lohnt nachzudenken und vielleicht auch eine kleine Hilfe für die eigene Planung ist. Nicht immer muss alles mit – aber man hat erst mal einen kleinen Überblick:
- WAS will ich fotografieren?
- Landschaft
- Tiere
- Reportage
- Menschen
- WO will ich fotografieren
- Flugtickets (wieviel Gepäck darf mit)
- Hotelreservierung
- Wanderschuhe (Kleidung allgemein)
- Rucksack oder Tragetasche
- Unterwassergehäuse
- Tarnzelt
- Kameragehäuse (evtl. Ersatz- oder Zweitkamera) – ist eine Servicewerkstatt in der Nähe meines Reisezieles?
- Objektive
- Weitwinkel, Standard, Tele, Spezialobjektiv, Extender, Zwischenringe
- Sonnen- bzw. Gegenlichtblende (die gehören immer drauf)
- Filter (Grau-/Farbverlauffilter, Polfilter, UV-Filter, Graufilter)
- Linsenreiniger, Linsenpinsel, Microfasertuch
- Datensicherung
- Speicherkarten
- ImageTank (bzw. mobile Festplatte)
- Laptop
- evtl. CDs oder DVDs für Sicherung
- Zubehör
- Akkus für alle Geräte (Laptop, Kamera, Blitz) genug mitnehmen und aufladen! vor Kälte schützen
- Ladegeräte für die Akkus, Netzkabel für die Ladegeräte
- sonst. Kabel (Fernauslöser, USB-Kabel)
- Stativ mit Stativkopf (genug Stativplatten für schnelles wechseln)
- evtl. Belichtungsmesser
- GPS oder Geotagger (Akku, Ladegerät, Kabel)
- Blitzgerät
- Reflektoren
- Welches Wetter wird vorherrschen
- Regenschutz (für Mensch und Maschine)
- Sonnenschutz(-creme)
- Handschuhe, Taschenwärmer
- sonstiges
- Mückenspray
- Hut oder Basecape
- Trinkflasche/n (Wasser),
- Notitzblock und/oder digitales Diktiergerät
Ihr merkt schon, die Liste lässt sich sicherlich noch weiter fortsetzen. Habt Ihr noch Ideen? Schreibt mir Eure Meinungen und Ausrüstungsgegenstände. Die Liste werde ich gern noch vervollständigen.
Von Freitag dem 13. bis Montag war ich in den Voralpen – genauer in Reit im Winkl. Natürlich waren die Kameras und Objektive mit an Bord, dazu jede Menge Speicherkarten, meinen ImageTank zur Sicherung der Speicherkarten, die Netzteile für die Akkus und einige Filter. Das sind alles Ausrüstungsgegenstände, welche gern mal zu Hause vergessen werden.
Im Hotel angekommen schneite es heftig. Man konnte kaum 50 m weit sehen. Mit dem dichten Schnee und Nebel (oder tiefhängenden Wolken) hatte ich ein paar gemischte Gefühle. Auf der einen Seite lassen sich dadurch ja auch sehr stimmungsvolle Aufnahmen machen, auf der anderen Seite wollte ich aber auch die Landschaft auf den Sensor bannen – so mit blauem Himmel, weißen Wölkchen, strahlend weißem Schnee usw.
Am Sonnabend Morgen nach dem Aufstehen war dann klar: es hat auch noch die ganze Nacht geschneit, es schneit immer noch und es wird weiterhin den ganzen Tag schneien. Also gut, auch mit Schneefall lassen sich schöne Stimmungsfotos schießen. Die Kamera unter die Jacke geschoben (Akkus warm halten), Ski angeschnallt und auf in die Loipe. Wer nicht sicher auf den Brettern ist, sollte die Kamera besser in den Rucksack packen oder mit Schneeschuhen los ziehen. Knapp 18 km später hatte ich dann doch ca. 150 Fotos im Kasten – war aber nicht restlos überzeugt von den noch nicht angesehenen Ergebnissen. Am Samstag Abend hieß es dann im Wetterbericht, der Sonntag wird im Laufe des Vormittags aufklaren, es gibt keinen Schneefall mehr und die Sonne kommt raus. Was konnte ich mir mehr wünschen.
Mit dem Bus ging es dann zur Hindenburghütte und von dort aus wieder mit den Langlaufbrettern auf die Piste (Panoramaloipe Nr.: 8). Schon während der Busfahrt freute ich mich auf die zu erwartenden Motive. Frisch gefallener Schnee, strahlend blauer Himmel, graue und weiße Wolken, herrliche Weitsicht…
Wer denkt, Natur- oder Landschaftsfotografen haben bei der Motivsuche alle Zeit der Welt, der irrt sich gewaltig. Ich konnte das mal wieder live miterleben. In den oberen Atmosphären gab es schnelle Luftströmungen und demnach zogen die vorhanden Wolken ständig von einer Seite zur Anderen. Die Sonne schien kräftig und verursachte auf dem weißen Schnee durch die Wolkengebilde riesige Schatten. Ständig wechselten die Lichverhältnisse, mal wurden nur einzelne Baumgruppen von der Sonne beleuchtet und rundherum war Schatten, ein anderes Mal war die weite Schneelandschaft mit Licht und Schatten so durchzogen, dass die Tiefenwirkung des späteren Fotos nicht besser zur Geltung hätte kommen können. Hier hieß es natürlich schnell reagieren. Kamera ans quer ans Auge – Ausschnitt wählen – auslösen – anden Ausschnitt wählen – auslösen – ins Hochformat wechseln – Motivausschnitt wählen – auslösen. Da ist es sehr angebracht, dass man seine Kamera in- und auswendig kennt. Bei der Schnelligkeit, wie sich die Lichtverhältnisse in Bezug auf die Schattenbildung der Wolken geändert haben, hat man einfach keine Zeit, sich durch das Menü zu angeln und erst einmal zu suchen, wo denn nun die Blende weiter auf oder zu ging, der ISO-Wert hoch oder runter geschraubt werden kann usw. Man hat auch keine Zeit, sich einen Kopf um Bildaufbau zu machen – dieses Wissen muss gerade zu diesem Zeitpunkt einfach nur abrufbar sein.
Am Ende des Tages wurden ca. 400 Fotos geschossen und nach der Durchsicht der Aufnahmen am Montag Abend dann doch eine stattliche Anzahl von ca. 80 verwertbahren Fotos gefunden. Das sind ca. 20% und damit bin ich mehr als zufrieden. Danke Wetter. Anbei ein paar Aufnahmen der zwei Tage.
Kommentare sind herzlich willkommen.







