Kalibrierung von der Aufnahme bis zum Druck

343 H X Gewinnspiel in SpyderCube - Weißabgleich

Heute möchte ich eine dreiteilige Serie starten in der es um die Kalibrierung geht. Angefangen von der Fotografie bis hin zum Druck. Der erste Teil wird dem sogenannten Weißabgleich gewidmet sein, der zweite Teil wird sich mit der Kalibration des Bildschirmes beschäftigen und im dritten Teil werde ich die Druckerkalibrierung beschreiben.

Ich möchte gleich vorweg schicken, dass es sich bei allen drei Artikeln nicht um einen Testbericht handeln wird, sondern um meine eigene Vorgehensweise und welche Erfahrungen ich damit gemacht habe.

Alle drei vorgestellten Artikel stammen von der Firma Datacolor aus der Schweiz. Hierbei handelt es sich um den

Weißabgleich mit dem SpyderCube

Bei Studioaufnahmen ist ein korrekter Weißabgleich fast unerlässlich. Hierbei ist es unrelevant ob Personen oder Objekte abgelichtet werden. Viele Fotografen verwenden dafür eine sogenannte farbneutrale 18%-Graukarte. 18% deshalb, weil das menschliche Auge Helligkeitsunterschiede nicht linear sieht, und da erscheinen 18% Grau im Auge wie 50%. Die Graukarte wird beim ersten Foto mit fotografiert und bei der späteren Entwicklung können Farbabweichungen durch Studiolampen ausgeglichen werden – aber dazu später.

DataColor hat sich hierzu Gedanken gemacht und eine vollkommen neue Lösung gefunden, welche nicht nur die Graukarte ersetzt sondern noch einiges mehr zu bieten hat.

344 320x240 Spydercube in SpyderCube - Weißabgleich

Das Gummiband und der Standfuß (incl. Stativgewinde) dienen zum Aufhängen, Befestigen oder Aufstellen in der Nähe des zu fotografierenden Objektes. Am „Kopf“ des Würfels befindet sich weiterhin eine verchromte Kugel – diese dient später dazu, um im Bild Spitzlichter besser kontrollieren zu können, also die wirklich hellsten Bereiche eines Bildes. In einer der schwarzen Flächen befindet sich weiterhin ein Loch – die sogenannte Lichtfalle. Durch die raue Innenobefläche wird sämtliches einfallendes Licht komplett absorbiert und auf dem Foto ist absolutes Schwarz zu sehen.

Der ganze Würfel besteht aus Plastik und ist durchgefärbt – somit ist er leicht und die Obeflächen haltbar. Zum Lieferumfang gehört auch ein kleiner Stoffbeutel.

Verwendung

Die Verwendung ist natürlich selten einfach. Man rückt das zu fotografierende Objekt in Pose und richtet die Beleuchtung ein. Dann kann das Fotografieren auch schon los gehen – also alles wie bisher. Ein Foto sollte jedoch dem SpyderCube gewidmet sein. Diesen einfach, wie abgebildet, mit in das Bild (Motiv) integrieren. Bitte darauf achten, dass alle Flächen (auch die Lichtfalle) zu sehen sind – shot – fertig. Dies gilt natürlich nicht nur für Studioaufnahmen sondern kann überall dort angewendet werden wo es um die korrekte Wiedergabe von Farben geht.

345 320x240 Foto1 in SpyderCube - Weißabgleich

Das Motiv zeichnet sich nicht gerade besonders durch hohe Kreativität aus, ich möchte nur an einem Testaufbau die Wirkungsweise demonstrieren. Zu diesem Zweck habe ich auch absichtlich die Halogen-Zimmerlampe als Beleuchtung verwendet, da diese einen sehr hohen rötlichen Strahlungsanteil besitzt.

Bildbearbeitung in Lightroom

Abgesehen von der kleinen Überschrift kann natürlich die Bildbearbeitung in jedem anderen Bildbearbeitungsprogramm so oder ähnlich vorgenommen werden, welches den Weißabgleich/Grauabgleich unterstützt. Ich selbst nutze Lightroom und werde die Arbeitsschritte deswegen mit Lightroom erklären.

Als erstes öffnet man das Bild, auf welchem der SpyderCube mit abgebildet ist (und freut sich über sein Meisterwerk Icon Wink in SpyderCube - Weißabgleich ). Ist bei der Aufnahme mit einer (oder mehreren) Glühlampe gearbeitet worden, wird das Bild einen gelblich-rötlichen Farbton haben, in der Mittagssonne aufgenommen sicherlich einen eher bläulichen Farbton.

Nun geht man in die Entwicklungseinstellungen, nimmt die Pipette auf (also das Weißabgleichsauswahlwerkzeug) und klickt auf eine der Grauflächen des SpyderCubes.

346 320x240 Foto2 in SpyderCube - Weißabgleich

Schwupp hat sich das rötliche oder bläuliche Grau in ein neutrales Grau verwandelt. Das Bild ist nun Beleuchtungsfarbneutral. Ganz wichtig zu erwähnen sind an dieser Stelle vielleicht zwei Punkte: Erstens sollte man für die Beleuchtung des Motivs keine unterschiedlichen Beleuchtungskörper verwenden (also Kalt- und Warmlicht gemischt) und zweitens; ist eine bestimmte Lichtsituation ausdrücklich gewünscht (also z.B. stimmungsvolles Kerzenlicht), dann stößt man natürlich an die Grenzen des SpyderCube für den Weiß-/Grauabgleich – dafür wurde er ja auch nicht entwickelt.

347 320x240 Foto3 in SpyderCube - Weißabgleich

Nun geht es der Belichtung an den Kragen – sofern diese bei der Aufnahme nicht optimal war. Diese kann jetzt so angepasst werden, dass kein Farbkanal mehr abgeschnitten wird. Das Histogramm liefert die nötigen Informationen jeweils links und rechts mit den Dreiecken.

Um einen größtmöglichen Dynamikumfang zu erhalten, wird nun noch die Helligkeit so eingestellt, dass die weißen Flächen des Cubes gerade so weiß erscheinen (Achtung Histogramm beachten) und die schwarzen Flächen knapp dem Schwarz der Lichtfalle entsprechen. Um dies alles zu erreichen, ruhig mit den Reglern in den Grundeinstellungen der Entwicklung von Lightroom testen.

Bei all der Theorie darf natürlich nicht der persönliche Geschmack, persönliche Vorlieben und Bildaussage vergessen werden. Diese stehen natürlich im Vordergrund.

Sind nun alle Einstellungen getroffen, geht es an die Bearbeitung der eigentlichen Motive – ohne den Cube. Mit der rechten Maustaste klickt man in das gerade bearbeitete Bild und wählt „Einstellungen kopieren“. Im darauf erscheinenden Dialog werden die Einstellungen ausgewählt, welche kopiert werden sollen (also z.B. Weißabgleich, Belichtung, Schwarz-Bechneidung usw.)

348 320x240 Lr-kopie in SpyderCube - Weißabgleich

Nun einfach das nächste Motiv bzw. das nächste Bild auswählen – rechter Mausklick – Einstellungen einfügen – fertig. So kann nun mit jeder Aufnahme verfahren werden, welche unter den gleichen Bedingungen aufgenommen wurde. Schnell und effizient – ohne dass bei jedem Foto wieder die Werte erneut angepasst werden müssen.

Fazit

Für mich ist der SpyderCube eine lohnende Investition gewesen. Er ist klein, leicht, transportabel, schnell einsatzbereit, robust und erfüllt mehr Funktionen als eine Graukarte. In Lightroom (oder anderen Bildbearbeitungsprogrammen) habe ich schnell Zugriff auf Belichtungswerte, Farbnuancen und den Weißabgleich. Wer bei seinen Fotos Wert auf einen korrekten Weißabgleich legt und/oder eine Serie des gleichen Motivs bearbeiten möchte, hat mit dem SpyderCube eine geniale Alternative zur Graukarte.

37 Kommentare zu „SpyderCube – Weißabgleich“

  • Sieht wirklich sehr interessant aus. Und das Ergebnis weiß auch zu überzeugen. Allerdings fehlt mir in diesem Artikel die Verwendung der Chromkugel für die Spitzlichter. Könntest du dazu vielleicht noch etwas sagen?

    Worauf gilt es hierbei zu achten?

  • Oh sorry, darauf bin ich gar nicht eingegangen. Die Spitzlichter in der Chromkugel entstehen häufig durch die eingesetzten Beleuchtungskörper oder die Sonne. Diese stellen dann die allerhellsten Bereiche dar, wobei zu bemerken ist, dass die Lampen/Sonne in der Regel nicht mit auf dem Bild erscheinen. Bei der Bearbeitung in Lightroom bzw. schon bei der Aufnahme mit der Kamera sollte man die Helligkeit/Belichtung (Lichter) so einstellen, dass die hellen Bereiche (weiß) nicht an die Spitzlichter heran reichen. Also immer mind. 3% unter den Spitzlichtern bleiben – ähnlich wie die dunklen Bereiche, welche nicht komplett 100% schwarz sein sollten sondern immer mind. 3% darüber. Dies ist noch wichtiger, wenn die Fotos später gedruckt werden sollen, weil die Druckraster in den hellen Bereichen sonst abreißen bzw. in dunklen Bereichen zulaufen. Das Histogramm hilft Dir.

  • andy:

    auf was man alles achten muss

  • Hab den SpyderCube auf der Nikon Expo gesehen, konnte mich aber bisher noch nicht so recht durchringen, den wirklich mal zu testen. Das sollte ich mir vieleicht doch noch mal überlegen…

  • Jakob R.:

    Hallo!

    Toller Bericht! Könntest du noch einen Einblick geben wie sich der SpyderCube im direkten Vergleich mit prof. Weißabgleichskarten schlägt? (Ich arbeite mit WhiBal-karten). Ist der Abgleich genauer? Welche Ergebnisse sind subjektiv besser? (ein technisch perfekter Abgleich ist ja nicht immer zufriedenstellend)
    Wie präzise ist der Weißabgleich des Cube bei schlechten Lichtverhältnissen?
    Danke schonmal für die Antworten.

    Ich überlege mir nämlich schon länger einen Cube anzuschaffen, aber vlt gewinn’ ich ja sogar einen ;)

    LG Jakob R.

  • @Jakob R.
    Die WhiBal-Karten habe ich leider nicht, kann somit nicht zu diesen vergleichen. Aber schau Dir mal diese Seite an – Christian Laxander hat einen solchen Vergleich mal durchgeführt.
    Vergleich SpyderCube vs. WhiBal-Karte.

  • Habe ich eigentlich schon gesagt, das ich der festen Meinung bin, das durch den SpyderCube meine Bilder besser werden könnten? ;)

  • Stefan:

    Schöner Bericht, kannte den SpyderCube vorher noch gar nicht.

  • Na dann melde ich mich hiermit auch einmal für das Gewinnspiel an :) Der Preis ist es auf jeden Fall wert ;)

  • Die Idee zum SpyderCube ist einfach aber genial. Kommt gleich mal auf meine Wunschliste :-)

  • Hallo Maik

    Danke für den Beitrag. Die Produkte von Datacolor sind wirklich innovativ. Ich benutze selber den Spyder Elite. Vom Cube hatte ich auch schon gelesen – Dein Artikel hat mich nun aber vollends überzeugt.

    Gruss
    Thomas

  • Benedikt:

    Da ich meistens mit Studioblitzen arbeite, deren Farbtemperatur je nach Leistung natürlich variiert, würde sich so ein SpyderCube schon recht nützlich machen. :)

    Grüße
    Benedikt

  • Sebastian:

    Hej, tolle Idee mit dem Würfel. Muss ich mir merken, ist auf jeden Fall ein tolles Werkzeug.

  • Danke für die einfache Erklärung des Würfels. Habe ihn irgendwie schon mal gesehen aber seine Funktion so noch gar nicht wahrgenommen.

  • super intressanter blogeintrag!
    würde mich über so ein ding natürlich freuen ;)

  • e7:

    Kommt gleich auf meine Wunschliste, vielleicht finde ich ja mal einen günstigen gebrauchten… oder selbstbauen? Mal nachdenken.

  • Andi:

    Hört sich interessant an. Die Artikel-Serie kommt auf jeden Fall zu meinen Bookmarks. Viele Grüße!

  • Frederik:

    Das Kalibrierung aufwändig ist, aber auch nützlich, speziell wenn es um den Monitor geht, habe ich schon gemerkt.
    Ich finde es Klasse das du dich der Thematik so ausführlich annimmst.

    Gruß
    Frederik

  • Phil:

    Sehr interessanter Eintrag!

    Toller Würfel…

  • ivar:

    Danke für den tollen Beitrag, freue mich schon auf die 2 folgenden!

    gruß, der ivar

  • Philipp:

    muss mich mal echt mehr mit weißabgleich und monitorkalibrierung beschäftigen!

  • mrwinterbottom:

    Danke für den Artikel, bin mal gespannt auf die nächsten beiden Teile ;) *Würfel*haben*will*

  • hm, wo ist den hier der Trackback Button, na dann halt per hand:
    http://marthawilhelmb.soup.io/

  • Hach damit würde ich bedeutend :) bessere Photos machen :)
    lg
    Philipp

  • Robert:

    Hey, danke für den Test! Ich habe mich schon vorher gefragt, ob das Ding wirklich etwas taugt.
    Gruß

  • bprinz:

    Danke für den informativen Artikel. Es “juckt” mich regelrecht, das Teil mal selber auszuprobieren. Naja, wer weiss, vielleicht ist mir Fortuna ja hold? ;)

  • makomi:

    Toller Würfel – ob Fortuna einen Blick auf mich werfen wird? :)

  • Der kleine Kerl lacht mich ja schon an, seit er vorgestellt wurde. Mal schauen, vielleicht da ja auch irgendwann mal noch die Preise ein wenig ;-)
    Danke für den schönen Bericht!

  • Jendrik:

    Das klingt ja doch ganz gut =)

  • so ein spydercube scheint ja echt ne gute sache zu sein… ;)

  • Das wär ja was,
    der Weißabgleich macht mir ziemlich häufig Probleme naja und mit dieser Spinne hört sich das ja mal wirklich einfach an!

  • Sehr schöner und interessanter Artikel über Kalibrierung. Ich habe mich mit diesem Thema noch nie wirklich auseinander gesetzt – merke aber jetzt, dass es dringend mal nötig ist.
    Gruß Dennis

  • Sascha:

    Den SpyderCube kannte ich bis jetzt auch noch nicht. Sieht verdammt praktisch aus!

  • Sehr interessante Sache. Danke das Du nochmal auf die Kugel in den Kommentaren eingegangen bist.

  • Sehr interessanter und anschaulicher Bericht.

  • Wirklich praktisch, denn drück ich mal die Daumen!

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