Kalibrierung von der Aufnahme bis zum Druck

Auch in diesem zweiten Teil werde ich wieder einen SpyderCube verlosen – die Teilnahmebedingungen findet Ihr im ersten Teil (SpyderCube).

Monitorkalibrierung mit dem Spyder3Elite

In einer anderen vierteiligen Serie bin ich ja schon einmal auf die Kalibrierung von Monitoren für die Bildbearbeitung eingegangen – die Hintergründe einer Kalibrierung sind also dort zu entnehmen. In dem Beitrag war das Meßinstrument das menschliche Auge – und dies reicht im Normalfall auch aus. Sollte es aber auf Genauigkeit ankommen – und da spreche ich die eher ambitionierten Hobbyfotografen, Semiprofis und Profis an – kommt man früher oder später nicht um ein solches Werkzeug herum.

DataColors Spyder3Elite ist eines von drei Produkten für die Monitorkalibrierung. Die Preise für die angebotenen drei Kalibrierungsgeräte bewegen sich zwischen ca. 100 und 200 Euro. Ich habe mir vor einigen Jahren den Spyder2Express und im letzten Jahr den Spyder3Elite gekauft, welchen ich hier kurz vorstellen möchte. Eine Bedienungsanleitung werde ich allerdings nicht schreiben.

354 320x240 Spyder-am-monitor-1 in Spyder3Elite - Monitorkalibrierung von Maik Blume

Oben abgebildet ist zu sehen der eigentliche Messkopf, die mitgelieferte Software-CD für Windows- und Mac-Rechner sowie ein kleiner Ständer für den Messkopf. Gerade ist mir sogar aufgefallen, dass der Ständer am Boden ein Stativgewinde besitzt. Gut zu erkennen ist, dass der Messkopf über einen USB-Stecker mit dem Rechner verbunden wird. Vorn am Messkopf ist weiterhin ein Sensor zur Erkennung des Umgebungslichtes angebracht. Dieser regelt im Einsatz dann auch die Monitorhelligkeit in Abhängigkeit von der Arbeitsplatzbeleuchtung.

Als erstes muss die Software installiert werden, damit werden gleichzeitig die nötigen Treiber auf den Rechner übertragen. Ist dies erfolgt, kann es auch schon los gehen mit der Kalibrierung. Die Zimmerbeleuchtung ist so einzustellen, dass normale Arbeitsbedingungen vorherrschen. Es sollte nicht zu hell oder zu dunkel sein, dies verfälscht die subjektive Wahrnehmung der Monitorhelligkeit. Sobald beim ersten Mal der USB-Stecker in den Rechner gestöpselt wird, werden die mitgelieferten Treiber installiert und darufhin der Messkopf erkannt. Als nächstes wird das Programm gestartet und die Software meldet sich mit einer Begrüßung. Kurz darauf ist schon der erste Dialog zu sehen – auswählen des Monitors.

349 320x240 S3e-1-start in Spyder3Elite - Monitorkalibrierung von Maik Blume

Beim Spyder2Express noch nicht vorhanden, unterstützt Spyder3Elite mehrere angeschlossene Monitore. Für jeden Monitor kann ein eigenes Farbprofil gespeichert werden, was ja auch Sinn macht wenn man mehrere hat. Ich arbeite lieber mit zwei Monitoren.

Ist der Monitor noch nicht kalibriert worden, folgen nun eine Reihe weiterer Menüs. In diesen wird u.a. dazu aufgefordert, verschiedene Eingaben zu machen, z.B. welche Einstellungsmöglichkeiten der Monitor besitzt (Helligkeit, Kontrast, Gamma, Farbtemeratur usw.). Zum Glück muss dies nicht jedes mal erledigt werden, da dies schon einige Zeit dauert. Bei der Erstanwendung sollte man locker eine halbe Stunde einplanen. Später dann ist man in nicht mal 4 Minuten durch.

351 320x240 S3e-2-auswahlmonitor in Spyder3Elite - Monitorkalibrierung von Maik Blume

Wenn dies alles erledigt befindet man sich in dem o.a. Menü und es kann los gehen. Hier startet dann auch die Rekalibrierung, wenn bereits ein Monitorprofil vorhanden ist. Mit einem Klick auf <weiter> kommt die Aufforderung, den Messkopf am Monitor zu befestigen.

352 320x240 S3e-3-befestigung in Spyder3Elite - Monitorkalibrierung von Maik Blume

Glücklicher Weise ist am hinteren Teil ein Saugnapf vorhanden, man “pappt” den Messkopf einfach auf den Monitor – fertig. Bei Röhrenmonitoren oder den spiegelnden Laptop-Scheiben ist dies kein Problem, bei matten Oberflächen kann das schon eher der Fall sein. Durch die rauhe Oberfläche hält der Messkopf nicht richtig und kann wieder abfallen. Aber auch hier wurde mitgedacht und am USB-Kabel ein verschiebbares Gewicht angebracht. Kabel und Gewicht einfach nach hinten über die Monitoroberkannte legen = Gleichgewicht.
Danach noch einmal einen Button bestätigen und dann heißt es warten. Nacheinander bekommt der Messkopf von schwarz bis weiß in allen Abstufungen über rot, grün und blau zu sehen.

355 320x240 Spyder-am-monitor-2 in Spyder3Elite - Monitorkalibrierung von Maik Blume

Die Software liest diese Daten aus (Helligkeit, Farbton usw.) und vergleicht intern den gemessenen Wert mit den Werten welche sie der Grafikkarte sendet. Aus diesen Soll- und Ist-Werten wird am Ende eine neue Tabelle angelegt – das Monitorprofil. An Hand dieser Daten weiß nun der Rechner, welche Farbanteile mit welcher Helligkeit zum Monitor gesendet werden müssen, um genau das darzustellen, was gewünscht ist.

Mein Fazit

Wenn es auf Farbgenauigkeit in der Bildbearbeitung ankommt ist eine Kalibrierung des Monitors unverzichtbar. Es gibt andere Hersteller und auch andere Preisklassen. Mit dem Spyder3Elite habe ich eine preiswerte Variante, die für meinen persönlichen Bedarf vollkommen ausreichend ist. Es wird empfohlen die Kalibrierung aller 30 Tage zu wiederholen. Dies habe ich am Anfang auch gemacht, allerdings konnte ich dann keinerlei Unterschiede zwischen vorher und nachher feststellen. Diese sind dann sicherlich nur mit Messgeräten messbare Feinheiten, für mich aber unrelevant. Jetzt wiederhole ich nur noch aller viertel Jahr die Kalibrierung und fahre gut damit. Die Qualität des Bildschirms ändert sich in dieser Zeit genauso wenig.

12 Kommentare zu „Spyder3Elite – Monitorkalibrierung“

  • Frederik:

    Hallo Maik,

    ich verwende den Spyder2Express an meinem Laptop und bin sehr zufrieden. Viele behaupten ja einen Laptop braucht bzw. kann man nicht kalibrieren. Bei mir geht es wunderbar.
    Kann man mit dem Spyder3Elite auch Beamer kalibrieren, und wenn ja, hast du das schon versucht?

    Gruß Frederik

  • e7:

    Beamer würde wohl gehen, wenn man das Ding an die Rückseite einer durchlässigen Leinwand hängt oder frei im Raum. Oder? Allerdings würde ich gar nicht auf die Idee kommen und das versuchen wollen, einen Beamer zu kalibrieren, geht eh schief :)

  • Dirk:

    Ich finden den kurzen aber sehr locker und informativ
    geschriebenen Bericht über den Spyder3elite super.
    Nun habe ich mir auch gleich solch ein Teil bestellt, was ich schon lange vor hatte. Mal sehen was ich noch aus meinem
    Eizo der S-Serie herausholen kann.

    Beste Grüße
    Dirk

  • Weil mein Trackback anscheinend nicht angekommen ist, hier noch der Hinweis:

    http://www.fotoholiker.com/linktipps/die-webperlen-fuer-den-29-august-2009

  • Hallo Julia, doch der ist angekommen, war aber im ersten Teil schon. Seit gestern ist ja nun der zweite Teil im Netz und nächste Woche erscheint der 3. Teil der Serie.

  • Lisa:

    danke für den guten beitrag!
    hab erst vor kurzem angefangen mich mit dem thema zu beschäftigen…..

  • Robert:

    Danke für die tolle Serie! DataColor scheint ja richtig tolle Produkte herzustellen! Aber wieso liest nur vom Spyder, wenn es um das Thema “Monitor kalibrieren” geht?

  • DanielS.:

    Das hört sich wirklich alles recht brauchbar an. Besonders gut gefällt mir die Möglichkeit mehrere Monitore kalibrieren zu können. Danke für den Bericht und weiter so!

  • Benedikt:

    Ich verwende selbst keinen Spyder3Elite o. ä. sondern einen Pantone huey. Der ist auch kinderleicht zu bedienen und etwas günstiger in der Anschaffung. Außerdem kann der auch noch das Raumlicht messen und den Monitor dahingehend anpassen.

  • [...] was kann man damit machen? Nicht nur das lässt sich beim Fotografen Maik Blume nachlesen, es gibt soger noch drei von den Dingern zu gewinnen. Nicht schlecht. Da heißt es [...]

  • jana:

    Ein schöner Überblick zu dem Thema!Interessanter Artikel!Vielen Dank!Wünsche großes Lob! :)

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