Von Freitag dem 13. bis Montag war ich in den Voralpen – genauer in Reit im Winkl. Natürlich waren die Kameras und Objektive mit an Bord, dazu jede Menge Speicherkarten, meinen ImageTank zur Sicherung der Speicherkarten, die Netzteile für die Akkus und einige Filter. Das sind alles Ausrüstungsgegenstände, welche gern mal zu Hause vergessen werden.
Im Hotel angekommen schneite es heftig. Man konnte kaum 50 m weit sehen. Mit dem dichten Schnee und Nebel (oder tiefhängenden Wolken) hatte ich ein paar gemischte Gefühle. Auf der einen Seite lassen sich dadurch ja auch sehr stimmungsvolle Aufnahmen machen, auf der anderen Seite wollte ich aber auch die Landschaft auf den Sensor bannen – so mit blauem Himmel, weißen Wölkchen, strahlend weißem Schnee usw.
Am Sonnabend Morgen nach dem Aufstehen war dann klar: es hat auch noch die ganze Nacht geschneit, es schneit immer noch und es wird weiterhin den ganzen Tag schneien. Also gut, auch mit Schneefall lassen sich schöne Stimmungsfotos schießen. Die Kamera unter die Jacke geschoben (Akkus warm halten), Ski angeschnallt und auf in die Loipe. Wer nicht sicher auf den Brettern ist, sollte die Kamera besser in den Rucksack packen oder mit Schneeschuhen los ziehen. Knapp 18 km später hatte ich dann doch ca. 150 Fotos im Kasten – war aber nicht restlos überzeugt von den noch nicht angesehenen Ergebnissen. Am Samstag Abend hieß es dann im Wetterbericht, der Sonntag wird im Laufe des Vormittags aufklaren, es gibt keinen Schneefall mehr und die Sonne kommt raus. Was konnte ich mir mehr wünschen.
Mit dem Bus ging es dann zur Hindenburghütte und von dort aus wieder mit den Langlaufbrettern auf die Piste (Panoramaloipe Nr.: 8). Schon während der Busfahrt freute ich mich auf die zu erwartenden Motive. Frisch gefallener Schnee, strahlend blauer Himmel, graue und weiße Wolken, herrliche Weitsicht…
Wer denkt, Natur- oder Landschaftsfotografen haben bei der Motivsuche alle Zeit der Welt, der irrt sich gewaltig. Ich konnte das mal wieder live miterleben. In den oberen Atmosphären gab es schnelle Luftströmungen und demnach zogen die vorhanden Wolken ständig von einer Seite zur Anderen. Die Sonne schien kräftig und verursachte auf dem weißen Schnee durch die Wolkengebilde riesige Schatten. Ständig wechselten die Lichverhältnisse, mal wurden nur einzelne Baumgruppen von der Sonne beleuchtet und rundherum war Schatten, ein anderes Mal war die weite Schneelandschaft mit Licht und Schatten so durchzogen, dass die Tiefenwirkung des späteren Fotos nicht besser zur Geltung hätte kommen können. Hier hieß es natürlich schnell reagieren. Kamera ans quer ans Auge – Ausschnitt wählen – auslösen – anden Ausschnitt wählen – auslösen – ins Hochformat wechseln – Motivausschnitt wählen – auslösen. Da ist es sehr angebracht, dass man seine Kamera in- und auswendig kennt. Bei der Schnelligkeit, wie sich die Lichtverhältnisse in Bezug auf die Schattenbildung der Wolken geändert haben, hat man einfach keine Zeit, sich durch das Menü zu angeln und erst einmal zu suchen, wo denn nun die Blende weiter auf oder zu ging, der ISO-Wert hoch oder runter geschraubt werden kann usw. Man hat auch keine Zeit, sich einen Kopf um Bildaufbau zu machen – dieses Wissen muss gerade zu diesem Zeitpunkt einfach nur abrufbar sein.
Am Ende des Tages wurden ca. 400 Fotos geschossen und nach der Durchsicht der Aufnahmen am Montag Abend dann doch eine stattliche Anzahl von ca. 80 verwertbahren Fotos gefunden. Das sind ca. 20% und damit bin ich mehr als zufrieden. Danke Wetter. Anbei ein paar Aufnahmen der zwei Tage.
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