Ich werde immer mal wieder gefragt, warum auf vielen Bildern unseres Sternenhimmels so schöne bunte Farben zu sehen sind. Wenn wir in der Nacht bei klarem Himmel nach oben sehen, dann haben die Sterne alle eine helle Färbung – mitunter kann man mal eine leicht rötliche oder bläuliche ausmachen. Um jetzt nicht ins Detail zu gehen, hier mal nur drei Gründe, welche vielleicht noch am ehesten (auch für den Laien) zu verstehen sind.

  1. Unser Auge bzw. die auf der Netzhaut befindlichen Pigmentzellen benötigen eine gewisse Helligkeit um Farben wahrnehmen zu können. Unterschreitet die Helligkeit ein gewisses Maß, dann können wir nur noch Helligkeitsunterschiede wahr nehmen. Frei nach dem Sprichwort “Nachts sind alle Katzen grau”.
  2. Weiterhin spielt die einfallende Lichtmenge eine Rolle. Unsere Pupille öffnet sich bei Dunkelheit. Der Durchmesser der geöffneten Pupille liegt dann zwischen 6 und 8 mm. Das aber ist nichts im Vergleich zu einem Teleskop. Die Durchmesser der Öffnungen für das einfallende Licht liegen hier zwischen 5 und 40 cm – zumindest für im normalen Handel käufliche Reflektoren und Refraktoren. Über Linsen- und/oder Spiegelsysteme wird das Licht dann gebündelt und gelangt danach über ein Okular und Pupille ins Auge. Somit sieht man wesentlich mehr am Nachthimmel – aber oft auch noch keine Farben.
  3. Das Auge sieht quasi in Echtzeit. Das gerade jetzt einfallende Licht wird sofort über den Sehnerv ins Hirn geleitet und dort verarbeitet – es entsteht ein Bild dessen, was wir gerade sehen. Das Auge, die Netzhaut oder das Hirn kann einfallendes Licht aber nicht speichern oder sammeln. Das allerdings kann Filmmaterial oder der Kamerasensor. Am Anfang der Belichtung ist alles Schwarz und jedes einfallende Lichtteilchen (Photon) wird auf dem Filmmaterial oder der Sensorzelle gesammelt. So als ob Erbsen in einen Eimer fallen. Ist der Eimer voll – also sind genug Photonen auf dem Sensor dann entsteht weis – oder je nach Farbe (Wellenlänge) des Lichts eine andere bunte Mischung.

Gestern Abend habe ich mal wieder meine Ausrüstung auf der Terasse aufgebaut und einige Fotos gemacht. Alle nachfolgenden Bilder wurden mit der EOS 5D Mark II “geschossen”. (Zum Vergrößern wie immer anklicken)

341 320x240 Milchstrasse-stack-bearbeitet-1000 in Astrofotografie von Maik Blume

Bei diesem Ausschnitt der Milchstrasse habe ich die Kammera mit einem 24mm Objektiv auf das mitgeführte Teleskop aufgesetzt und 10 mal 1 Minute belichtet. Die Einzelbilder wurden danach gestackt (also übereinandergelegt und miteinander verrechnet) um das Rauschverhalten zu verbessern.

339 320x240 Andromeda-stack-bearbeitet-1000 in Astrofotografie von Maik Blume

Dieses Bild zeigt unsere nächstgelegene Galaxie – den Anromedanebel oder auch Andromedagalaxie mit der Bezeichnung Messier 31 (M31). Sehr schön sind hier die Spiralarme der Galaxie zu sehen. Das Bild entstand aus 2 Bildern mit je 3 Minuten Belichtung. Bei dieser Aufnahme war die Kamera direkt an das Teleskop angeschlossen worden – ein 8 Zoll Spiegelteleskop mit einer Brennweite von 1000mm. Die Nachführung erfolgte manuell.

340 320x240 Hantelnebel-stacks-bearbeitet-1000 in Astrofotografie von Maik Blume

Der Hantelnebel (Messier 27 oder kurz M27) ist ein gutes Beispiel für die Farbigkeit des Himmels. Mit bloßem Auge ist er nur zu erahnen und mit einem Blick durch ein Teleskop sieht man lediglich einen hellen Nebel bzw. einen nebligen Schleier. Erst durch sammeln des Lichts kommt Farbe ins Spiel. Eigentlich ist er noch etwas roter, aber dieser Bereich (Wellenlänge) wird in der Kamera durch einen Tiefpaßfilter nicht zum Sensor durchgelassen.

Noch eine Aufnahme zum Schluß von unserem Erdtrabanten, welche allerdings nicht von letzter Nacht stammt – es ist fast Neumond, der Mond also nicht zu sehen. Sehr schön sieht man hier die Krater und Furchen des Mondes, welche sich einem nur mit einem Blick durchs Teleskop offenbaren. Ohne Hilfsmittel betrachtet, sieht man lediglich Helligkeitsunterschiede auf der Oberfläche des Mondes.

342 320x240 Mond-bearbeitet-1000 in Astrofotografie von Maik Blume

So, ich hoffe Ihr fandet es interessant und ich konnte etwas von meinem Hobby Astronomie “rüberbringen”.

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