Archiv für die Kategorie „Landschaftsfotografie“
Gestern sah es am Morgen gar nicht so aus, als würde die Wolken- bzw. Nebeldecke noch irgendwann aufreißen wollen. Doch nach und nach kam etwas Blau am Himmel hervor und weit über dem südöstlichen Horizont ließ sich die Sonne erahnen. Der sehr feuchte Nebel und die Minusgrade ließen an den Kronen der Bäume relativ schnell, fast zum zusehen, den Reif um die Zweige und Äste legen. Je mehr die Sonne aus dem Nebel hervorkam, strahlte sie die Baumwipfel an und die weißen Zweige hoben sich leuchtend vom blauen Himmel ab. Ich habe in diesem Jahr zwar schon 100e Winterfotos gemacht, aber nach einer so langen Wolkenzeit hatte mich der Winter mit Sonne wieder in seinen Bann gezogen. Ich haderte eine Weile mit mir, ob ich mir noch mal die Kamera schnappe und “Winterfotos” mache oder nicht. Auf der einen Seite hatte ich schon eine Menge im Kasten, auf der anderen Seite gefiel mir aber die tiefstehende Sonne und der Reif an den Ästen und Zwegen. Ach was solls, eine kleine Runde kann nicht schaden, frische Luft tut ja auch mal gut.
Also die Kamera geschnappt und raus. Nicht weit von hier ist ein kleines Wäldchen, bei dem sich Unmegen Efeu um die Baumstämme gewickelt hat. Das sieht zu jeder Jahreszeit herrlich aus, macht es aber schwer, dies zu fotografieren. Das kommt daher, dass das viele Efeu den dichten Wald sehr dunkel macht, durch die lichten Baumkronen aber sehr viel Licht fällt. Sind die Bäume gut belichtet strahlt der Himmel zu hell durch, wird also überbelichtet, ist der Himmel und die Baumkronen gut zu sehen, sind die Baumstämme unterbelichtet. Selbst mit einem Grauverlaufsfilter ist es noch schwer, dies einzufangen.
Auf dem Weg dorthin habe ich verschiedene Motive festgehalten wie Spuren im Schnee, Schattenspiele auf dem zugefrorenen Bachlauf, Macros vom Reif auf den Zweigen usw. Ich habe etwas mit der Linienführung im Bildaufbau rum gespielt. Ab und zu bin ich stehen geblieben und habe mir die Umgebung angesehen und alles auf mich wirken lassen. Als ich an einem Baum nach oben sah, dachte ich mir, das ist doch mal ein Panorama im Hochformat wert. Nach ein paar Testbelichtungen (unten dunkel, oben hell) habe ich die richtigen Einstellungen gefunden und nebenstehenden Baum mit Bachlauf aufgenommen. Das Bild besteht aus 10 Einzelaufnahmen im Querformat. Selbst mit einem 16mm Weitwinkel bekommt man diesen Baum nicht vom Fuß bis zur Krone auf ein Bild. Jedes Einzelbild wurde mit 35mm Brennweite aufgenommen, um die Objektivverzerrung so gering wie möglich zu halten.
Am Rechner fand dann jedes Bild über Lightroom seinen Weg zu Autopano und wurde dort gestitcht – also zu einem Panorama im Hochformat zusammen gesetzt. Das Endergebnis könnt Ihr hier sehen. Für mich hat es Lust auf Mehr gemacht – halt Panos mal andersrum.
Am Wochenende habe ich einige Zuschriften bekommen, dass ich noch andere Motive unserer USA-Reise als Poster hochladen soll. Für dieses Feedback möchte ich mich natürlich sehr bedanken bei Euch, damit hätte ich gar nicht gerechnet. Hier also noch einige andere Fotografien. Auch diese Bilder bekommt Ihr wieder als hochwertige FineArtPrints – entweder nur als Ausdruck auf hochwertigem Papier oder Leinwand und auf Wunsch auch mit Rahmung oder auf Aluminiumplatte aufgezogen und mit einer Plexiglasschutzschicht. Wenn Ihr auf die Bilder klickt, öffnet sich ein neues Fenster und Ihr seid bei Bild-als-Poster.de wo Ihr Eure Auswahlen (Größe, Format, Papier, Rahmung usw.) treffen könnt.
Noch einmal herzlichen Dank.
Tag 13 (Highway No 1 von San Francisco nach Ventura)
An einer der letzten Tage unseres Urlaubs steht nun die California State Route 1 auf dem Program – eine der schönsten Straßen Amerikas, entlang der Pazifikküste. Und es macht wirklich spaß auf dieser Strecke zu cruisen. Entgegen der vielen anderen Straßen, Freeways und Highways, auf denen wir unterwegs waren, gibt es hier keine ewig langen geraden Strecken. Der Pacific Coast Highway (auch so wird der Highway 1 genannt) führt immer entlang der Küstenlinie, immer mit Blick auf das Meer rechts und Gebirge links.
Überall findet man View Points und an jedem Einzelenen möchte man am liebsten anhalten, aussteigen, fotografieren oder einfach mal nur die Seele baumeln lassen.
Etwa 150 km südlich von San Francisco befindet sich der sogenannte 17-Mile Drive in der Nähe von Monterey. Dies ist eine private Straße (Maut US$ 9,50) mit insgesamt 21 View Points. Kann man entlang fahren – muss man aber nicht (“muss” im dem Sinne, dass man auch auf dem Hwy 1 daran vorbei fahren kann). Wir sind aber rechts weg und die Strecke abgefahren. Sie führt durch ein riesen großes privates Gelände mit vielen Villen und Häusern – und jede hat Ausblick auf den Ozean. Ein interessanter Punkt war die älteste einsame Zypresse, welche seit jahrzenten direkt auf einem Felsen am Meer steht und bis jetzt jedem Wetter Stand gehalten hat.
Wieder zurück auf dem Highway, ging es weiter entlang der Küstenlinie. Oft haben wir angehalten, Pause gemacht, die Wellen beobachtet und an die vergangenen wunderschönen Tage gedacht, bald geht es ja leider wieder zurück nach Hause.
Weiter auf unserem Weg besuchten wir noch die dänische Hauptstadt Amerikas (Cachuma Village). Ein wunderschönes kleines Dorf im dänischen Baustil. Die ersten Einwohner kamen aus Dänemark und bauten ihre Häuser so wie zu Hause in der Heimat. Zum Glück wurde dieser Stil beibehalten und so hat der Ort seinen Charme bis in die heutige Zeit beibehalten.
Kurz vor Santa Barbara hatten wir am nächsten Tag noch viel Zeit, da unsere heutige Strecke nicht sehr lang war. Was machen wir heute? Heute sind wir ganz Touristen! Wir suchen die Neverland Ranch. Suchen im wahrsten Sinne des Wortes. Viel ist nämlich nicht zu sehen. Ein freundliches älteres Ehepaar erklärte uns den Weg und wir fuhren los. Natürlich ersteinmal dran vorbei – so unscheinbar ist jetzt der Eingang. Später hielten wir ein Auto an und der Herr darin schickte uns in eine vollkommen andere Richtung. Was nun? Zum Glück kamen wir aber nocheinmal an dem Eingang vorbei und da stand ein Auto. Beim näheren Hinsehen war es dann klar – es war der Eingang. Aber viel ist nicht mehr zu sehen, nur ein paar Blumensträuße und viele persönliche Widmungen von Fans auf der Eingangsmauer erinnerten noch an den King of Pop.
Der Abend wurde noch einmal traurig. Es deutete sich ein schöner Sonnenuntergang an und wir hielten am Meer. Ich suchte ein paar Motive, baute das Stativ auf und schoß einige Fotos. Danach die Kamera vom Stativ genommen und im Auto wieder das “Immerdrauf” an die Kamera gestöpselt, alles verstaut und losgefahren. Etwa 15 Meilen später – STATIV!!! Das stand natürlich hinter dem Wagen und ich habe es vergessen einzupacken, da ich mit der Kamera beschäftigt war. Wir wieder zurück – doch zu spät. Über das Stativ freut sich jetzt jemand anders – vielleicht hat es auch ein Ebay-Käufer. Mist!
Tag 11 und 12 (San Francisco)
Nun haben wir alle Nationalparks gesehen, zumindest die, die wir uns vorgenommen haben. Die Entfernungen zwischen unseren Hotels werden immer kürzer – aber auch der Urlaub ist bald vorbei. Vor uns liegen noch San Francisco, der Highway No. 1 entlang der Küste von San Francisco nach Los Angeles und LA selbst. Aber heute geht es erst mal in die europäischste Stadt Amerikas – San Francisco. Auf der Autofahrt dort hin gab es außer wieder kilometerlanger – oder besser meilenlanger – gerader Strecken nicht viel zu erleben. Aber das wollten wir ja auch nicht – wir wollten in die Stadt. In der Stadt wurde der Highway immer breiter und breiter, auf einmal nun schon 8-spurig – eine Fahrtrichtung wohlgemerkt. Aha – da war auch schon der Grund dafür – Maut auf der Bay-Bridge.
Im Hotel angekommen hat uns die Realität erst einmal eingeholt. Wir waren noch voller schöner Eindrücke unserer ganzen Reise und dann das. Parkplatzsuche. Rien ne va plus – Nichts geht mehr. Aber das Hotel hat noch eigene Parklätze. Was? Sind wir im falschen Film? 28 US Dollar pro Nacht plus Steuer – nur der Parkplatz! Ich glaub mich tritt ein Pferd. Zwei Nächte wollten wir bleiben, das macht zusammen – eine Tankfüllung. Was solls, Auto abgeparkt, zur Rezeption, mich darüber beschwert – aber das schien die “Hotelfachfrau” mächtig zu interessieren. Wahrscheinlich hätte ich das erst machen sollen, nachdem wir unser Zimmer bekommen haben. Dieses sah nämlich ganz nach der Antwort auf meine Beschwerde aus. Wir waren pappe satt. Klein, abgewohnt, schmuddelig, mit Blick auf den Hinterhof. Und in der Nacht lief dann auch noch die Klimaanlage aus. Naja – dachten wir – wir sind sowieso nur zum Schlafen hier und wegen der zwei Nächte lassen wir uns jetzt nicht den Urlaub vermiesen. Ein wenig Zeit hatten wir noch an diesem Tag und mit einem Blick auf die Karte war schnell klar – wir laufen zum Fischermans Warf Richtung Pier 39.
Für den zweiten Tag in San Fransisco hatten wir uns einiges vorgenommen – am Ende des Tages haben wir festgestellt, dass wir ca. 26 km in den Füßen hatten. Eine andere Erkenntnis war, wenn über einem Geschäfft “Hardware Tools” steht, dann gibt es dort keine Festplatten (ich brauchte nämlich eine, weil meine alle voll waren) sondern Werkzeug. Festplatten gibts im “Office Depot”.
Auch in San Francisco wollten wir viel sehen, aber die Zeiger der Uhren laufen unaufhörlich. Und so sahen wir Alcatraz nur von der Küste. Der Eintritt dort ist übrigens kostenlos – allerdings kommt man dort nur mit dem Schiff hin – Ihr wisst schon was ich meine… ($)
Selbst die Golden Gate Bridge sahen wir nur von einer Seite – obwohl die Aussicht von der anderen Seite noch schöner ist, da man von dieser Seite hinter der Brücke das Finanzzentrum, und damit die Skyline von San Franciso, sieht.
Am späten Nachmittag ging es durch die Hochhäuserschluchten wieder Richtung Hotel. Völlig erledigt und mit dicken Füßen in unserem Zimmer angekommen, schrieben wir noch Tagebuch, sicherten die Fotos, studierten die Strecke des nächsten Tages und störten uns nicht mehr an unserem Hotelzimmer.
Übrigens, wer Interesse hat, unter www.maikblume.de (meinem Fotoblog) habe ich noch ein paar Bilder mehr hochgeladen.
Tag 9 (Fresno)
Heute hatten wir eine lange Autofahrt vor uns – von Las Vegas bis nach Fresno (ca. 670 km) über Barstow und Bakersfield. Deswegen war wenig Zeit für Besichtigungen unterwegs. Kurz vor Barstow gab es jedoch eine Geisterstadt (Ghost Town) und die wollten wir uns doch ansehen. Aber wie bei vielen “Attraktionen” stand auch in Calico der Kommerz im Vordegrund und es war gar keine Geisterstadt mehr sondern recht gut bevölkert – mit Touristen natürlich. Ein paar Dinge aus den alten Goldgräberzeiten hat man noch so belassen wie sie einmal standen, vieles jedoch wurde “touristenfreundlich umgestaltet”.
Auch Fresno, eine der am schnellsten wachsenden Städte in Kalifornien, glich eher einer Retortenstadt und hatte in unseren Augen nichts wirklich berauschendes zu bieten. Dafür freuten wir uns wieder um so mehr auf den nächsten Tag – Natur pur.
Tag 10 (Yosemite Nationalpark)
Die heutige Autofahrt bis zum Yosemite NP war recht kurz (ca. 180 km) und so hatten wir “viel” Zeit für den Park – dachten wir zumindest. Am Nationalpark angekommen haben wir wieder unsere Eintrittskarte vorgezeigt und einen Parkplatz gesucht. Auto abgestellt, ausgestiegen und – wumm. Wieder hat es uns fast erschlagen. Diesmal allerdings nicht von der Landschaft sondern den riesigen Mamutbäumen. So etwas hatte ich vorher in freier Natur noch nicht gesehen – lediglich in einer Reportage im Fernsehen. Hier mal ein Foto, damit Ihr Euch eine Vorstellung davon machen könnt – der kleine Mann im Hintergrund bin ich
(Bitte auf das Bild klicken, sonst sieht man mich nicht.)
Selbst mein Weitwinkel (16 mm an Vollformat) reichte nicht aus, um die Bäume aufs Bild zu bekommen – die Verzerrungen sind zu groß. Wichtig bei Aufnahmen in denen es um die Darstellung von Größe geht (egal ob ganz klein oder ganz groß), das Auge braucht einen Vergleich zu etwas Bekanntem. Nun kennt zwar jeder Bäume – aber ganau das ist hier der Trugschluß, denn diese sind gewaltig – mit einheimischen also überhaupt nicht zu vergleichen.
Die Mamutbäume waren aber erst der Anfang, wir wollten ja noch mehr sehen. Also wieder ins Auto und an das andere Ende des Parks gefahren – hier gab es wieder Landschaft und weite Blicke in diese hinein.
Wie in allen Nationalparks gibt es dort sehr viele ViewPoints, also Stellen an denen man mal das Auto am Straßenrand kurz parken und die Landschaft genießen kann. So auch hier, und wir stellten das Auto, wie so oft, mal wieder ab und ließen an einer Stelle die Landschaft auf uns wirken. Ich holte mal wieder mein Stativ raus, Kamera drauf gesetzt, Blick durch den Sucher, Motiv gesucht, Belichtungseinstellungen gemessen und eingestellt – klick. Danach habe ich das Bild zur Kontrolle auf dem Monitor (oder Display) angesehen und dachte – hmm, das Bild hast Du doch schon mal irgendwo gesehen.
Vielleicht geht es Euch ja genauso. Abends im Hotel beim Sichern der Fotos auf dem Laptop fiel mir das Bild wieder auf und ich recherchierte etwas im Internet – eine Vorahnung hatte ich schon. Ha – gefunden. Ansel Adams war auch schon mal hier, aber schon im Winter 1940.
Tag 6 (Zion Nationalpark)
Auch heute hieß das Motto wieder: “zeitig raus aus den Federn”. Unsere Tour ging vom Bryce Canyon nach Las Vegas und auf dem Weg war noch ein Besuch im Zion Nationalpark geplant. Als wir das Hotel verließen, wehte uns ein frischer Wind um die Nase. Dies war sicher der Höhe und der klaren Nacht geschuldet. Im Auto zeigte die Temperaturanzeige 26° – aber das waren ja Farenheit. Umgerechnet in Celsius (26 – 32) / 1,8 = -2,7°C. So sah es dann auch auf der Straße aus – die Gräser und Büsche waren mit Reif überzogen und ein sich am Straßenrand windender Bachlauf zog kleine Nebelschwaden hinter sich her.
Je tiefer wir kamen, desto mehr stiegen die Temperaturen wieder auf ein spätsommerliches Maß an und am Eingang des Zion Nationalparks hatten wir wieder um die 25° (Celsius). Der Zion NP hat nur einen Parkplatz und der lag genau am anderen Ende – also von uns aus gesehen am Ausgang. Bis dahin ging es auf einer dem Gebirge farblich angepaßten Straße noch etwa 30 Meilen quer durch das Tal.
An jedem Eingang eines Nationalparks erhalten die Besucher auf Wunsch eine Art Tageszeitung zum jeweiligen Park. Manchmal ist diese auch in Deutsch – wie z.B. beim Grand Canyon. In der Zeitung sind aktuelle Nachrichten zum Park enthalten, verschiedene Wanderrouten und weitere Höhepunkte und Informationen. Angekommen am Parkplatz schauten wir wieder mal auf die Uhr und verglichen die Wanderrouten mit der uns zur Verfügung stehenden Zeit. Schnell waren zwei Routen ausgemacht – eine mit 1,2 Meilen und eine Andere mit 3,8 Meilen. Also schnell die Wanderschuhe an, mit dem kostenlosen Shuttle-Bus wieder ans andere Ende des Parks gefahren und losgewandert.
Auch hier waren wir wieder von der beeindruckenden Schönheit der Landschaft überwältigt. Links und rechts die steinigen Felsformationen, welche von grau über braun bis ins rötliche schimmerten und mitten drin ein grünes Tal mit einigen gelben Farbtupfern. Einfach nur herrlich.
Oft sieht man auf den Wanderwegen auch Schilder, welche auf die frei lebenden Tiere hinweisen, wie z.B. Spinnen, Schlangen und auch Bären. Deswegen sollte man seine Verpflegung auch immer wieder im Rucksack verstauen – die Bären stehen da drauf. Ein “kleines” Tierchen kreuzte auf dem Rückweg dann auch unseren Weg – eine ausgewachsene Tarantel-Spinne – hier zum Vergleich mal mein Fuß dazu.
Spät Abends sind wir dann in Las Vegas angekommen, aber dazu im nächsten Blogbeitrag mehr.
Ach übrigens, ich würde mich freuen, wenn ihr auch mal Kommentare hinterlasst. An Hand der Statistiken kann ich zwar sehen, dass die Zugriffe sehr hoch sind, aber vielleicht langweile ich Euch ja auch mit den Reisegeschichten.
Tag 5 (Horse Shoe Bend, Antelope Canyon, Bryce Canyon)
Wie schon hinter “Tag 5″ in der Klammer zu erkennen, stand heute eine ganze Menge auf dem Programm. Gestern am Grand Canyon haben wir sehr viel Zeit verbracht, uns von der Landschaft beeindrucken zu lassen und alles was wir sahen, aufzusaugen. Eigentlich war an dem Tag auch noch der Horse Shoe Bend geplant, aber uns wurde schnell klar – das schaffen wir nicht mehr. Obwohl auf der Strecke nach Page gelegen, war es schon dunkel als wir dort ankamen – also alles am heutigen Tag. Wir sind wieder früh aus den Federn und auf zum Colorado River, der an dieser Stelle den bekannten Bogen schlug. Blauer Himmel, die Sonne schien. Ich glaube eine halbe Meile mussten wir noch zu Fuß und dann dieser Anblick. Einfach gigantisch.
Auch hier zeigte sich wieder, ich konnte mir das Wetter auf Grund von Zeitmangel nicht aussuchen. Zu klar war der Himmel, die Sonne schien sehr kräftig und hell. Der Dynamikumfang war einfach zu groß. Ich habe versucht mit Belichtungsreihen und später dann über HDR-Techniken bessere Ergebnisse hinzubekommen – Fehlanzeige. Hier darf die Sonne nicht oder nur sehr wenig durch eine Wolkendecke scheinen. Beeindruckend zu sehen – fotografisch an diesem Tag sehr problematisch.
Wir bleiben noch in Page und fahren zum Antelope Canyon. Bekannt von vielen Fotos waren wir gespannt wie dieses Stück Landschaft aussieht. Dort angekommen wurde die Spannung immer größer. Es gab nämlich nichts zu sehen außer flache Ebene und ein paar Hügel. Wo soll hier was sein? Also ein paar anderen Touristen hinterher. Hmm, Felsspalte nach unten, Leiter. Also gut – runter. Wahnsinn.
Das Rot, die Strukturen im Sandstein, das Licht – es ist der Hammer. Die “Felsspalte” ist bis zu 10 m hoch und oben offen. Dadurch scheint die Sonne in die Spalte, bringt das Gestein zum “leuchten” welches wiederum den roten Schein bis nach unten reflektiert. Um die Mittagszeit gelangt der Sonnenschein bis nach unten und die Lichtspiele werden immer interessanter. Leider nicht für uns – wir müssen weiter, obwohl Page noch einiges mehr zu bieten hat (Lake Powel, Staudamm, Rainbowbridge uvm.). Page finde ich persönlich auch einen idealen Ausgangsort, um von dort Touren zu planen und abends wieder dort hin zurück zu kehren.
Vor uns liegen aber noch etwa 180 Meilen (knapp 300 km) bis zum Bryce Canyon und ansehen wollten wir uns diesen ja auch noch. Kurz vor dem Bryce Canyon überraschte uns noch der Red Canyon mit seinen Red Rocks. Darauf waren wir gar nicht gefasst. Am Ende einer Straßenkurve und einer kleinen Tunneldurchfahrt standen wir auf einmal vor diesem Anblick.
Also wieder raus aus dem Auto und in den felsigen Bergen rumgekraxelt. Dieses rote Gestein war schon faszinierend.
Aber die Uhr läuft unaufhörlich weiter. Tick tack, tick tack, tick tack. Bryce Canyon wir kommen. Es wurde spät und wir haben gar nicht erst das Hotel aufgesucht. Auf den Parkplatz und schnell den Wanderweg hinauf zum Rand des Canyon. Und wieder Gänsehautfeeling. Die beeindruckende Schönheit in der Abendsonne – einfach nur gigantisch.
Kaputt und erledigt fuhren wir ins Hotel, Tagebuch schreiben, Bilder sichern, schlafen…
Heute nun der 2. Teil des Reiseberichtes Westen der USA.
Tag 3 (Fahrt nach Flagstaff)
Von Laughlin ging es dann am 3. Tag weiter auf der Route 66 in Richtung Flagstaff. Wieder haben wir einige schöne verlassene – aber auch bewohnte – Ortschaften gesehen, wie z.B. Seligman. Fotos davon waren schon im Artikel von gestern mit reingerutscht. Vor Flagstaff ging es erst einmal in Richtung Süden nach Sedona. Eine wunderschöne Stadt umgeben von vielen Felsen und Felsformationen. Einige Felsen tragen Namen nach ihrem Aussehen, so u.a. Hasenohren, Pyramide, Kaffekanne usw. Das Gestein war sehr rot und in der Abendsonne sah dies noch extremer aus.
Mit der Dunkelheit waren wir dann in Flagstaff und bereiteten uns seelisch und moralisch auf den nächsten Tag vor – Reseziel Page am Lake Powel vorbei am Grand Canyon.
Tag 4 (Grand Canyon)
Also am nächsten Tag wieder früh raus, der Grand Canyon ist riesig und wir hatten uns einiges vorgenommen. Die Autofahrt war wieder üblich – ewig lange Straßen, verlassene Häuser, weite Ebenen und in der Ferne Gebirge.
Am Eingang des Grand Canyon hieß es erst einmal Eintritt bezahlen. Pro Auto 25 Dollar oder 80 Dollar für alle US-Nationalparks und das ein ganzes Jahr lang. Vier Nationalparks wollten wir besuchen – macht 100 Dollar einzeln, also die 80 Dollar bezahlt. Leider können wir kein ganzes Jahr bleiben
. Bis zum eigentlichen Canyon war es dann noch ein Stück zu fahren. Auf einem Parkplatz raus, zum Rand des Canyon gelaufen und – baff. Da waren wir erst einmal platt. Man kann das nicht in Worte fassen wie überwältigt wir waren. Die Größe, die Ausmaße, die Weite, die Farben, die Tiefe, das Gigantische – einfach unbeschreiblich. Man kannte den Canyon zwar schon aus dem Fernsehen und Fotos, aber die Gewaltigkeit kann man darin gar nicht so richtig zum Ausdruck bringen. Das musste ich auch auf meinen eigenen Fotos sehen. Jeder Blick auf den Kameramonitor ließ mich fast verzweifeln, wie bekomme ich nur das Gigantische umgesetzt. Es geht nicht. Sonst hätten es andere Filmer und Fotografen schon geschafft und wir wären nicht so überwältigt gewesen von der realen Schönheit dieser Landschafft.
Fast wäre der Tag noch für mich ein Desaster geworden. Ein Tourist fragte mich, ob ich nicht mal ein Foto mit seiner Familie machen könne. Das war natürlich kein Problem und ich suchte einen guten Standpunkt. Beim Bücken fiel mir dann leider mein 24-105mm aus der Jacke, knallte auf einen Felsen und puzelte einige weitere Felsbrocken entlang weiter nach unten. Zum Glück kam es dann zum liegen. Bloß gut – nichts weiter passiert. Nicht mal eine Schramme. Da saß der Schreck tief. Aber es war auch meine eigene Schuld. Den Fotorucksack hatte ich ja mit, beim Objektivwechsel war ich nur zu faul, jedes Mal Rucksack auf, Objektiv raus, anderes Objektiv rein, Rucksack zu. So steckte ich das Objektiv nur in die Jackentasche, das ging schneller. Habe ich danach aber nicht mehr gemacht.
Am Grand Canyon ist mir das erste Mal bewusst geworden, wie wenig Zeit wir eigentlich haben. Jeden Tag sitzt man ca. 4-6 Stunden im Auto, um die einzelnen Ziele zu erreichen und dazwischen bleiben einem nur ungefähr die selbe Zeit, um sich die Sehenswürdigkeiten anzusehen. Da hat man keine Zeit, sich verschiedene Lichtstimmungen auszusuchen (Morgensonne, Abendsonne) oder Wetterbedingungen festzuhalten (Sonne, Nebel, Wolken, Regen). Ich musste mit dem Vorlieb nehmen, was gerade war.
So, Morgen dann die nächsten Zeilen und Bilder.
Nun habe ich schon so einige Tage – oder sind es inzwischen schon Wochen? – nichts mehr im Blog geschrieben. Dies hing damit zusammen, dass sich bei mir einige Veränderungen ergeben haben, ich viel zu tun hatte und auch oft unterwegs war. Wenn ich unterwegs war, dann war natürlich immer die Kamera dabei. Zwischen den Regentagen gab es ja auch hin und wieder schönes Wetter mit Sonne, Wolken und blauem Himmel – also so richtiges Postkartenwetter – wenngleich ich aber keine gemacht habe. Der Herbst hat sich nun angekündigt und so richtig wird wohl die bunte Jahreszeit jetzt erst los gehen. Leider werde ich das in diesem Jahr wahrscheinlich nicht so ganz genießen können, da ich ja, wie im letzten Artikel geschrieben, mal für zwei Wochen nicht hier sein werde. Wenn ich wieder komme, wird von Farbe nicht mehr viel übriggeblieben sein und die graue Jahreszeit beginnt.
In den Fischaufzugsteichen hat das Abfischen begonnen und in Torgau ist es auch bald soweit. Der “Große Teich” wird zur Zeit abgelassen und man erreicht nun auch Stellen, die sonst nicht trokenen Fußes zu erreichen sind. Wie so oft an Brücken oder Tunneln endeckte ich auch dort ein farbenfrohes Grafitti – naja so farbenfroh war es eigentlich gar nicht mehr aber Photoshop lässt grüßen.
Dann war ich zwischendurch mal in Meißen (Albrechtsburg) und in Moritzburg auf der Moritzburg. Fototechnisch war die Moritzburg allerdings nicht unbedingt der Höhepunkt, die Fassade des Schlosses wird zur Zeit restauriert. Dies dauert noch bis Ende 2009 / Anfang 2010 an. Also wird wohl dieses Gemäuer dann später noch einmal einen Besuch von mir bekommen.
Mit dem letzten Bild werde ich mich dann erst einmal von Euch verabschieden. Ich wünsche Euch noch viele bunte Tage und ich hoffe wir lesen uns im November wieder, dann mit einem Reisebericht und hoffentlich ein paar Fotos vom Westen der Staaten.
Achso, auf www.maikblume.de (meinem Fotoblog) hab ich auch mal wieder ein paar Bilder hochgespielt.
Gestern (eigentlich schon Vorgestern) war mir mal wieder nach experimentieren. Kurz vor Sonnenuntergang ging es in Richtung Elbe an eine Stelle, von wo aus um diese Jahreszeit die Sonne und die Wolken sehr schön vom Wasser gespiegelt werden. Diese Situation ist dort nur im Sommer erlebbar, da ja der Sonnenuntergang während der anderen Jahreszeiten sehr viel weiter links im Bild statt findet. Also Stativ aufgebaut und Fernauslöser an der Kamera angebracht. Mit dabei hatte ich einen Graufilter ND8 und einen Grauverlaufsfilter. Der Graufilter sollte das einfallende Licht minimieren, damit eine schöne Langzeitbelichtung gemacht werden konnte und der Verlaufsfilter war eigentlich dazu gedacht, den Himmel etwas abzudunkeln. Dies klappte auch ganz gut, aber das Wasser war dennoch zu hell geraten. Also mal den Grauferlaufsfilter um 180° gedreht. Das Ergebnis hat mich dann doch etwas überrascht, weil die Spiegelungen noch wärmer zur Geltung kommen.
Nachdem sich die Sonne hinterm Horizont versteckt hatte, brach die blaue Stunde an. Dank des vorgesetzten ND8-Graufilters kamen so Belichtungszeiten von 30 Sekunden und mehr zusammen. Dadurch wurde die Wasseroberfläche sehr glatt und sanft. Auch der noch immer “verdrehte” Verlaufsfilter zeigte seine Wirkung eindrucksvoll. Ein Motiv habe ich mal mit in den Fotoblog geladen. Hier unter www.maikblume.de zu sehen.













