Archiv für die Kategorie „Monitor“

Wie im letzten Artikel angedeutet, heute nun ein paar Zeilen zum Thema Weißabgleich, Gammakurve und Farbraum. Den Weißabgleich kennt man vielleicht schon von der Kamera mit der man seine Fotos macht. Das Licht welches das Objekt der Begierde anstrahlt hat eine sogenannte Farbtemperatur welche in Kelvin angegeben wird. Warmes (rötliches) Licht hat Temperaturen zwischen 2500 und 4000 Kelvin. Neutrales Licht liegt im Bereich zwischen 6000 und 7000 Kelvin und alles über 7000 Kelvin hat einen bläulichen Charakter. Wenn der Monitor auf 6500 Kelvin eingestellt ist, sollten also keine Farbstiche zu sehen sein.

Weissabgleich in

Weissabgleich

Hier gleich noch eine Grafik, welche auch bei der Gammakorrektur eine Rolle spielt. Der Monitor muss beim Weißabgleich so eingestellt sein, dass das Feld links oben der unteren Grafik keinen Farbstich enthält – also grau dargestellt wird. Beim “Meßgerät” Auge am besten mal die “Linse” verstellen und unschaft fokussieren – Brillenträger mal die Brille absetzen damit alles unscharf wird.

Gamma in

Gammakorrektur und Weißabgleich

Weiterhin sollte die Helligkeit des Graus in der Mitte dem Grau entsprechen, welches das Feld umgibt. Dies erreicht man mit der Gammakorrektur. Die Gammakorrektur ist einfach gesagt die Grauverteilung zwischen Schwarz und Weis in einem Graubalken (siehe Artikel 3). Liegt die Gammakorrektur unter einem Wert von ca. 2,2 dann werden mittlere Grautöne zu hell angezeigt und bei einem Wert von über 2,2 zu dunkel.

Ist gar nicht so einfach, einen so komplizierten Sachverhalt mal einfach auszudrücken. Wer sich näher damit beschäftigen will – Wikipedia und viele andere Seiten lassen grüßen.

Kommen wir noch zum Farbraum. Der Farbraum ist der Farbbereich, den ein Monitor darstellen kann. Nicht jede Farbe kann auf einem Monitor dargestellt werden – denken wir nur mal an die floureszierenden Leuchtfarben, richtig sattes helles Grasgrün, verschiedene Rot- und Brauntöne. Auf dem Bildermarkt haben sich im Grunde zwei definierte Farbräume etabliert sRGB und AdobeRGB. sRGB ist ein Farbraum, welcher zu nahezu 100% für Fotos im Web genutzt wird, der AdobeRGB-Farbraum ist etwas umfangreicher und wird gern von Bildagenturen bevorzugt. Das heißt aber noch nicht, dass ein Monitor diese kompletten Farbräume auch darstellen kann. In den Datenblätten der Monitore sieht man (wenn überhaupt) Angaben wie 96% sRGB und 92% AdobeRGB. Je näher dran – desto besser, aber herstellungsbedingt auch teurer der Monitor.

Zum Schluss noch die sicher die ganze Zeit erwartete Empfehlung für Monitore zur Bildbearbeitung. Hier muss ich aber passen. Ich habe kein Messlabor, um einzelne Monitore zu prüfen, zu messen oder anderwertig zu beurteilen. Aber es gibt Hersteller, die sich auf die Produktion solcher Monitore spezialisiert haben und die kann ich hier gern Auflisten. Aber selbst diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Eizo – der wohl bekannteste Hersteller (im Rechten Menü der Eizo-Seiten am besten den “Produktberater” nutzen)
  • NEC – die SpectraView-Serie
  • LaCie – LCD-Monitore und Kalibrierung
  • Samsung – auch ein bekannter Hersteller

Falls noch etwas unklar sein sollte, Bemerkungen, Kritiken, Hinweise usw. sind wie immer gern gesehen und helfen vielleicht auch anderen Lesern.

Im dritten Teil geht es nun um die Reaktionszeit und die Kalibrierung eines Monitors für die Bildbearbeitung. Um es gleich vorwegzunehmen, die Reaktionszeit (also die Zeit, die das Panel benötigt für den Wechsel eines Pixels von einer Farbe zu einer Anderen) ist nur sekundär wichtig. Da bei der Bildbearbeitung in der Regel nicht mit schnellen Bildfolgen zu rechnen ist, spielt die Reaktionszeit nur eine untergeordnete Rolle. Anders sieht dies bei der Videobearbeitung aus oder bei Spielen. Da sich bei einem Video bzw. Film die Farben und Helligkeiten eines Pixels sehr schnell ändern, kann es bei einem “langsamen” Monitor zu Schlieren kommen. Bei Film und Video sollten man einen Monitor wählen der min. eine Reaktionszeit von 5-6 ms hat. Bei der reinen Bildbearbeitung kann es ruhig etwas mehr sein (8-12 ms).

Am wichtigsten ist die Kalibrierung eines Monitors. Ob diese soft- oder hardwaremäßig erfolgt ist nicht ganz so wichtig und auch eine Frages des Geldbeutels. Monitore mit Hardwarekalibration kosten mit unter fast das Doppelte als ein Monitor ohne diese Einrichtung. Es gibt verschiedene Anbieter von Kalibrationswerkzeugen (siehe Liste am Ende des Artikels).

Was versteht man aber nun überhaupt unter Kalibrierung? Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen, dazu gibt es im Internet genug Fachliteratur zu lesen. Einfach ausgedrückt ist es das exakte Einstellen der Helligkeit, des Kontrastes und der Farbwerte eines Monitors für die korrkte Darstellung der Fotos. Im einfachsten Fall kann das Auge als Messgerät dienen und ein Grau-Balken – also ein Balken mt Abstufungen von weis nach schwarz. Die Grauwerte sollten von den benachbarten Grauwerten sichtbar unterscheidbar sein und ohne Farbverfälschungen, also keinen Farbstich enthalten.

Graubalken in

korrekte Darstellung wenn jeder Grau-Balken vom benachbarten unterscheidbar ist

Graubalken-hell in

Monitor ist zu hell eingestellt

Graubalken-dunkel in

Monitor ist zu dunkel eingestellt

Graubalken-kontrast in

Der Kontrast ist zu hoch eingestellt

Messgeräte können dies aber noch genauer Beurteilen. Ein solches Messgerät nennt man Kolorimeter. Das Kolorimeter wird direkt auf den Bildschirm angebracht und eine Software “spielt” dem Messgerät definierte Farben und Abstufungen vor. Das Kolorimeter misst diese angezeigten Werte und errechnet danach die genauen Werte, welche in einem sogenannten Monitorprofil abgespeichert werden.

Anbieter von Kalibrierungswerkzeugen:

Im (voraussichtlich) letzten Teil geht es dann um Weißabgleich, Gammakurve und Farbraum.

Wenn Fragen sind, einfach ein Feedback schreiben.

Heute nun der zweite Teil von “Monitor für Bildbearbeitung” mit dem Thema Helligkeit und Kontrast.
Ein wichtiges Kriterium für die Bildqualität ist das Kontrastverhältnis. Es beschreibt den Helligkeitsunterschied zwischen weißen und schwarzen Bildpunkten. Kann der Monitor einen weißen Bildpunkt z.B. 500 mal heller darstellen als einen schwarzen, spricht man von einem Kontrastverhältnis von 500:1. Auch hier kann man Herstellerangaben nicht auf die Goldwaage legen, doch generell gilt: Je höher desto besser. Im Schnäppchenbereich gilt mittlerweile 500 bis 700:1 als Standard. In solchen Bildschirmen steckt fast immer ein TN-Display. VA- und IPS-Bildschirme erreichen teilweise ein Kontrastverhältnis von 1000:1 oder mehr. Die Messverfahren der Hersteller unterscheiden sich zu gunsten der Werbung sehr deutlich. Oft werden hier nicht der Schwarzwert im eingeschalteten Zustand gemessen sondern mit ausgeschaltem Monitor. Dies ist natürlich unrealistisch, ergibt aber “bessere” Kontrastverhältnisse. Hier sollte man also vorsichtig sein, wenn es um Werte geht wie 20.000:1 oder noch höher. Kontrastwerte für einen Monitor zur Bildbearbetung um die 850:1 und höher sind vollkommen ausreichend.

Die Helligkeit wird in Candela pro Quadratmeter angegeben (cd/m²). So ziehmlich alle TFT-Monitore erreichen Helligkeiten zwischen 200 und 300 cd/m² und reichen für die Bildbearbeitung aus. Auf Grund dessen kann der Wert bei der Monitorsuche vernachlässigt werden. Wichtiger ist die Helligkeitverteilung, welche aber wieder vom verwendeten Panel abhängig ist. Bei sehr preiswerten TN-Panels macht sich dies schon allein beim Betrachten bemerkbar in dem die Helligkeit rein visuell am unteren Bildschrmarand am stärksten ist und nach oben und zur Seite mitunter sehr schnell abfällt. Dies sieht etwa so aus (stark übertrieben).

262 320x240 Helligkeitsverteilung in

Ändert man den Betrachtungswinkel bzw. seine Position zum Monitor, scheint die hellste Fläche “mitzuwandern”. Diese Werte bzw. Tabellen dazu findet man aber kaum in einem Datenblatt, höchstens in einigen Testberichten. Ist man am Kauf eines Monitors interessiert, dann bleiben einem nur zwei Wege: 1. Testberichte im Internet googeln und/oder 2. den Monitor im Fachgeschäft begutachten.

Im nächsten Artikel geht es dann um die Reaktionszeit und die Kalibrierung eines Monitors.

Mit dem Thema “Monitor für die Bildbearbeitung” möchte ich eine kleine Serie starten, die sich damit auseinander setzt, welche Eigenschaften ein Monitor haben sollte, um erfolgreich Bilder am Monitor bearbeiten zu können. Folgende Beiträge dazu sind geplant:

  • Panel-Technologie
  • Helligkeit und Helligkeitsverteilung
  • Kontrastverhältnis
  • Reaktionszeiten
  • Kalibrierung
  • Gammakurve
  • Weißabgleich
  • Farbraum

Wer (semi-)professionell seine Bilder am Computer nachbearbeitet und ein farbverbindliches Ergebnis am Monitor betrachten möchte, ist auf einen entspechend hochwertigen Monitor angewiesen. Doch was macht einen hochwertigien Monitor aus? Wer am Laptop seine Bilder betrachtet oder an einem preiswerten Flachbildschirm sitzt wird es sicherlich schon einmal bemerkt haben, sobald man den Betrachtungswinkel ändert, verändern sich die Farben des Bildes. Sie werden je nach Betrachtungswinkel blasser, heller oder dunkler so wie auf den folgenden Bildern zu sehen.

257 320x240 Monitor-01 in
Bild von vorn betrachtet

258 320x240 Monitor-02 in
Bild von oben betrachtet

259 320x240 Monitor-03 in
Bild von unten betrachtet

260 320x240 Monitor-04 in
Bild von der Seite betrachtet

Schwenkt man den Blink auf den Monitor nach links oder rechts werden die Bilder blasser, von unten auf den Monitor gesehen wird das Bild dunkler und von oben heller. Dies ist abhängig von der eingesetzten Panel-Technologie des Monitors. (Panel nennt man die eigentliche Anzeigefläche.)
Hier taucht schon die erste Frage auf – TFT oder LCD? Aber das ist eigentlich gar keine Frage. Mit LCD werden generell Flüssigkristall-Anzeigen bezeichnet – also auch die Anzeigen von Armbanduhren, Taschenrechnern bis hin zu Großbildleinwänden. TFT (Dünnschichttransisitoren) ist eine Untergruppe der LCD-Technik und nahezu alle Monitore arbeiten mit dieser Technik. Allerdings gibt es innerhalb der TFT-Technik unterschiedliche Display-Typen. Diese bezeichnet man als TN, MVA, PVA oder IPS-Panels.
In den meisten Laptops und preiswerten Monitoren sind die sogenannten TN-Panels verbaut. Diese sind preiswert herzustellen, haben kurze Reaktionszeiten aber eben auch die o.g. “Anzeigeprobleme”. In den Prospekten wird häufig mit den Reaktionszeiten, dem Kontrastverhältnis oder den Helligkeitswerten geworben, Informationen zum verbauten Panel findet man dagegen nur nach intensivem Studium der Datenblätter oder häufig auch gar nicht.

TN-Panels
haben eine gute allgemeine Performance mit einer sehr gute Reaktionszeit sowie einen niedrigem Energieverbrauch. Durch die extrem schnelle Reaktionszeit ist dieser Paneltyp vor allem für Spieler und Videofilmer interessant. Aber auch durch seine guten allgemeinen Eigenschaften ist es ein Display für jedermann.

MVA- und PVA-Panels
sind kompliziert aufgebaut und hergestellt. Diese Technik besticht momentan durch den besten Kontrast und einen sehr guten Blickwinkel. Bei diesem Typ ist sogar ein Blickwinkel von 178/178 Grad möglich und keine Seltenheit. Auch die Reaktionszeit zwischen schwarz und weiss ist gut, aber bei den anderen Farben dauert es länger. Daher ist das Einsatzgebiet etwas für Grafiker und Fotografen als für Spieler und Videobearbeitung.

IPS- und S-IPS-Panels
bieten einen guten Kontrast, eine präzise Graustufen-Auflösung und einen großen darstellbaren Farbraum. Der S-IPS ist eine Weiterentwicklung vom IPS und bietet sogar eine sehr gute Reaktionszeit.

Ein guter Anhaltspunkt bei den Werbeaussagen ist also der Betrachtungswinkel. Wird hier ein Wert von etwa 178° angegeben, ist mit Sicherheit auch ein Panel verbaut, welches nicht in der TN-Technik hergestellt wurde. Ein weiterer Unterschied ist der Preis.

Weitere Daten, worauf man beim Kauf eines Monitors für die Bildbearbeitung achten sollte, sind Kriterien wie Helligkeit, Helligkeitsverteilung, Kontrastverhältnis und Anschlüsse, dazu werde ich in den nächsten Artikeln eingehen. Warum die Reaktionszeit bei der reinen Bildbearbeitung eine untergeordnete Rolle spiel, wird auch Thema in einem der nächsten Artikel sein.